Mannheim

Serie „Mein Garten“ André und Heidi Fellners grüne Oase beherbergt besondere Pflanzen

Seerosen und Sukkulenten

Archivartikel

Am helllichten Tag – der Himmel lacht, die Sonne scheint – ertönt plötzlich ein schriller Schrei. Eine Ringelnatter, stattliche eineinhalb Meter lang und etwa vier Zentimeter im Durchmesser, schlängelt sich durchs Gras, im Maul zappelt ihre laut quiekende Beute: ein Frosch aus André Fellners Gartenteich. Der Kleingärtner greift zur Zange, schüttelt das Reptil und der Frosch hüpft ins Wasser zurück. Noch einmal davongekommen!

„Dieser Überfall war schon aufregend, die Ringelnatter ist blitzschnell, auf der Erde wie im Wasser. Über die Jahre hat sie uns schon viele Fische und Frösche geraubt“, erzählt Fellner. 2013, als er mit seiner Frau Heidi den Garten samt Teich im Kleingärtnerverein Mannheim-Süd übernommen hatte, schwammen in dem länglichen Becken zwischen Seerosen mehr als 40 Fische munter umher, darunter Kois und Goldfische. Heute ziehen gerade mal noch zehn ihre Kreise, berichtet er schulterzuckend. Damit nicht noch weitere Räuber den Teich plündern, hat er längst ein Gitter installiert. Und so blicken die Reiher zwar hochmotiviert, aber ohne Aussicht auf Erfolg auf das Wasser.

Wesentlich friedlicher als am Teich gestalten sich die Aktivitäten im hinteren Teil des Gartens. Hier kümmert sich Ehefrau Heidi um Sukkulenten, ihre Lieblingspflanzen mit den dickfleischigen Blättern. Abgeleitet ist die Bezeichnung vom lateinischen Wort „suculentus“ für saftreich. Die Wasserspeicher in den Blättern, Stängeln und Wurzeln ermöglichen es den Pflanzen, lange Trockenzeiten zu überstehen. Rund um einen ausladenden knorrigen Apfelbaum entwickeln sie im Steingärtchen ihren besonderen Charme, aber auch kombiniert in kleinen Schalen, Töpfen und Trögen sind sie bei Heidi Fellner ein Hingucker.

Als die Gartenbesitzerin vor sieben Jahren die Parzelle besichtigte, entdeckte sie erstmals ein Rosetten-Dickblatt. Hingerissen von der ungewöhnlichen ästhetischen Wuchsform begeistert sich Heidi Fellner seither für die kleinen Gewächse.

„Ich habe vor allem Sempervivum (Steinrose), Echeveria und Sedum (Fetthenne) im Garten. Sie sind so vielfältig in ihren Formen und Farben und blühen wunderbar in Rosa, Weiß und Gelb. Inzwischen bin ich über das Internet in Kontakt mit Experten gekommen, tausche mich aus und besuche sie“, erzählt sie über ihre Leidenschaft. Dafür führt sie ihr Weg unter anderem in die Südpfalz, nach Bayern und bis nach Belgien. Und inzwischen ist sie auch selbst unter die Züchter gegangen.

Zwischen Seerosen und Sukkulenten bietet der rund 450 Quadratmeter große Garten aber noch viel mehr. Da sind Rosen, Rhododendren und Hortensien zu bewundern, auch Essbares sprießt in Hülle und Fülle. Im Nutzgarten gibt es unter anderem Zwetschgen, Kirschen, Aprikosen, Kürbis, Kohl und Bohnen zu ernten. Selbst wenn ihre Gartenschätze derzeit keine tägliche Pflege mehr brauchen (auch die Sukkulenten ziehen sich in eine Art Winterschlaf zurück), verbringen Heidi und André Fellner im Frühherbst hier immer noch gerne ihre Zeit.

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