Mannheim

So kommt das Wetter ins Blatt

Archivartikel

Wie warm oder kalt wird es heute? Kann ich ohne Mütze aus dem Haus? Diese Zeitung informiert Sie seit 2007 auf der Titelseite mit einer Drei-Tages-Vorschau über das Wetter sowie ausführlich auf der Seite Aus aller Welt. Dort finden Sie jeden Tag eine große Wettergrafik mit Vorhersagen für die Metropolregion, Deutschland und die ganze Welt. An der Erstellung der Grafik arbeiten Experten der Agentur „image Presseservice“ aus Neubiberg bei München. Die Agentur beliefert zwischen 30 und 40 Zeitungen in Deutschland – diese Zeitung seit 1995.

Die Temperaturwerte in Form von Höchst- und Tiefstwerten, die Wetter-Symbole und Beschreibungstexte bekommt die Agentur vom Deutschen Wetterdienst (DWD). „Im Schnitt nehmen wir die Daten nach der Aktualisierung um 15 Uhr“, erklärt Agentur-Inhaberin Sybille Gensler. Für eine Vorhersage nutzt der DWD Daten aus einem weltweiten Beobachtungsnetz. Dazu zählen 9500 Landstationen, die zu festgelegten Zeiten Luftdruck, Wind, Temperatur und die Feuchte in Bodennähe messen – in Deutschland gibt es etwa 180 solcher Wetterstationen. Dazu kommen Satelliten, etwa 2600 Handelsschiffe mit Wetterstationen und rund 5000 Verkehrsflugzeuge, die täglich meteorologische Daten an den Wetterdienst liefern. Der DWD setzt auch unbemannte Wetterballone ein, die zweimal täglich starten und Messwerte zum Boden funken.

All diese Daten werden in der Zentrale in Offenbach gesammelt und in eine Großdatenbank gespeist. Die Trefferquote bei Temperaturvorhersagen liege mittlerweile bei 95 bis 96 Prozent, sagt Uwe Kirsche, Pressesprecher beim DWD. „Defizite gibt es noch bei der Abschätzung des zu erwartenden Niederschlags.“ Sind die Daten des DWD dann mithilfe von Grafikprogrammen wie „Illustrator“ und „Photoshop“ vom „image Presseservice“ aufbereitet, läuft die Datei automatisiert am späten Nachmittag in das Redaktionssystem ein.

In der Redaktion werden die Grafiken anschließend noch einmal geprüft. Passt alles, werden sie endgültig auf den Seiten platziert. Übrigens:An Wettervorhersagen wagten sich Meteorologenerst spät heranBis in die 1920er Jahre hielt sich das Preußische Meteorologische Institut in Berlin an eine Vorgabe des Reichskanzlers Otto von Bismarck, der 1883 jegliche „Wetterprophezeiungen“ untersagte. Der Grund: „Das Feld für böswillige Kritik und feindliche Bearbeitung der Bevölkerung gegen die Regierung“ sollte nicht unnötig vergrößert werden. 

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