Mannheim

Protest Kundgebung gegen die Entwicklung in der Türkei

Solidarischer Hungerstreik

Mannheim.16 Männer und Frauen, die sich nach eigenen Angaben seit Freitag im Hungerstreik befanden, haben sich am Samstag am Hauptbahnhof zu einer Kundgebung versammelt. Murat Süt, einer der Organisatoren, erklärte, die Protestaktion geschehe aus Solidarität mit zwei türkischen Akademikern: Die Literaturdozentin Nuriye Gülmen und der Grundschullehrer Semih Özakça seien vor mehr als 130 Tagen in Ankara in den Hungerstreik getreten, "um gegen ihre willkürliche Entlassung zu protestieren", sagte Süt. Mittlerweile säßen Gülmen und Özakça in Haft, weil ihr Protest vor dem Menschenrechtsdenkmal in Ankara "aus Sicht der Regierung zu viel Aufmerksamkeit erfuhr", erklärte Süt. Der Gesundheitszustand der beiden Akademiker ist Süts Worten zufolge kritisch. Er wertet die Kundgebung am Hauptbahnhof als Erfolg: "Viele Mannheimer finden es gut, dass nicht alle die Entwicklung in der Türkei kritiklos hinnehmen wollen."

Der seit vergangenen Freitag andauernde Hungerstreik der neun Frauen und sieben Männer endete gestern in den Räumlichkeiten des Vereins "ProMigra". "Unser Verein besteht aus Menschen, die die demokratischen Kräfte in der Türkei stärken wollen. Unsere Mitglieder sind Türken, Kurden, Gläubige, Ungläubige, Arbeiter, Studenten, alles bunt gemischt", sagte Süt, der zugleich Vorstandsmitglied ist. Insgesamt - so berichtete er - seien 150 Gäste in die Räumlichkeiten des Vereins gekommen. (lim)