Mannheim

Soziale Verantwortung

Archivartikel

Dass es im Jahr 2018 in Deutschland noch Menschen gibt, die auf der Straße leben, ist eine Schande. Ziel muss es sein, dass jeder ein Dach über dem Kopf hat. Doch für die Mitarbeiter in der Wohnungslosenhilfe tun sich dabei bisweilen Schwierigkeiten auf.

Unter den Obdachlosen gibt es zwar viele, die Anspruch auf Sozialleistungen und damit auch auf Wohngeld haben. Das Problem ist allerdings, dass für sie trotzdem oft keine Wohnungen zu finden sind. Es gibt einfach zu wenig bezahlbare, dazu kommt, dass diese potenziellen Mieter oft kein leichtes Klientel sind, bringen sie doch häufige psychische oder Suchterkrankungen mit. Mannheim hat durch die Angebote der städtischen Wohnungsgesellschaft GBG sicher eine bessere Ausgangslage als manch andere Kommune. Trotzdem kann es auch mit Blick auf das Thema Obdachlosigkeit nur helfen, dass die Bundespolitik jetzt endlich die Notwendigkeit erkannt hat, den Bau günstiger Wohnungen voranzubringen.

Die Schwierigkeiten gehen aber auch noch über Deutschland hinaus. Viele Obdachlose, auch aus EU-Ländern, haben in Deutschland keinen Anspruch auf Sozialleistungen, weil sie nicht lange genug hier gelebt und ihren Lebensunterhalt selbst bestritten haben. Sie werden von den Behörden richtigerweise in ihr Heimatland zurückgeschickt. Sie kommen aber oft wieder, weil sie in Deutschland selbst auf der Straße bessere Perspektiven sehen als in der Heimat. Es geht also bei diesem Thema auch um die Frage, innerhalb der EU einigermaßen einheitlichen Lebensstandards zu schaffen. Und darum, solche Staaten an ihre soziale Verantwortung für ihre Bürger zu erinnern.