Mannheim

Neckarstadt-West Manfred Lucha informiert sich über die Lokale Stadterneuerung / Stadt will Fördermittel für weitere Maßnahmen beim Land beantragen

Sozialminister auf Fahrradtour durch den Stadtteil

Archivartikel

Der Sozialminister des Landes Baden-Württemberg, Manfred Lucha, bekannte sich bei einem Besuch in der Stadt zu Mannheim: „Ich bin ein Mannemer“, sagte er. Der Minister war gekommen, um sich mit Oberbürgermeister Peter Kurz über die integrierte Quartierentwicklung am Beispiel „Lokale Stadterneuerung“ (LOS) in der Neckarstadt-West zu informieren. Die Quartierentwicklung sei ein Schwerpunkt seiner Amtsperiode, so Lucha. Er verwies darauf, dass die Quartierstrategie in den Mittelpunkt zu stellen sei.

„Wir wollen alle zusammenleben“, sagte er zu Beginn seiner Tour mit Kurz und sprach von einer „heterogenen Gesellschaft.“ Die sei eine Herausforderung, die es mit „viel Bürgerbeteiligung, politischen Beschlüssen und mit viel Sorge und Pflege“ anzugehen gelte. „Die Gestaltung mit Beteiligung der Bürger ist zentrale Aufgabe. Wenn man die Menschen mitnimmt, machen die auch mit“, sagte Lucha.

Die Neckarstadt-West nannte Peter Kurz „prototypisch für eine Großstadtlage“. 2016 startete „LOS“ in dem Stadtteil. Ziel ist, eine Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität im Viertel. Drei Jahre später ließen sich in dem „Ankunfts- und Vielfaltsquartier“ erste Ergebnisse erkennen, so Kurz. Doch zunächst ging es ins MARCHIVUM, um sich von oben einen Blick über die Neckarstadt-West zu verschaffen. Anschließend fuhren die Politiker mit dem Rad durch die Bezirke, die vor Jahren als No-Go-Area bezeichnet wurden.

Quartiermanager wichtig

Schwierigkeiten gebe es durchaus, wie Achim Judt von der städtischen Entwicklungsgesellschaft MWSP bekannte: Wettbüros und Shisha-Bars stellen Probleme dar, und bei so manchem Haus „wissen wir nicht, ob dort die Zimmer nicht stundenweise vermietet werden.“ Fortschritte gibt es laut Judt beim Kaisergarten, dem seit Jahren leerstehenden Herz-Jesu-Gemeindesaal. Er werde von der Stadt umgebaut, sagte Judt. Auch der Neumarkt soll ein Ort der Begegnung werden, ein Bücherregal werde „erstaunlich gut angenommen“, berichtete Judt. Lucha sagte, dass Quartiermanager „sichtbar sein müssen, die müssen ansprechbar sein und für die Probleme der Menschen da sein.“ Er sprach von „hoher Sichtbarkeit“. Als er das sagte, kam eine Bürgerin dazu und klagte ihr Leid, dass sie seit 20 Jahren hier wohnen würde und jetzt die Miete nicht mehr zahlen könne. Der zuständige Quartiermanager nahm sich ihrer Probleme an. Es ging bei der Begehung auch um Fördermittel, die die Stadt beim Land beantragen wird, wie Petar Drakul vom OB-Dezernat sagte: „Nun kennt der Minister die Probleme und kann bei der Genehmigung zügig entscheiden.“

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