Mannheim

Partei Kreisverband will mit neuem Bürgerdialog erfahren, was die Menschen in der Stadt bewegt

SPD klingelt an den Haustüren

Archivartikel

Der Schweiß bei den SPD-Verantwortlichen floss reichlich, verantwortlich dafür war sicherlich die flirrende Hitze. Verlorene Wahlen, gesunkene Umfragewerte – das jedenfalls spielte nicht die Hauptrolle, als der Kreisverband auf dem Museumsschiff gestern vorstellte, wie er den Kontakt zu den Menschen in der Stadt vertiefen möchte.

„Wir müssen reden!“ hat die Mannheimer SPD ihr Bürgerdialog-Programm betitelt. Ab sofort wird Ralf Eisenhauer, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, insgesamt 18 Mal zu zweistündigen Touren durch alle Stadtteile aufbrechen. Seine Aufgabe: an der Haus- oder Wohnungstür klingeln, mit den Menschen ins Gespräch kommen und sie einen Fragebogen ausfüllen lassen: Was läuft gut in Mannheim? Was nicht? Welches Thema sollte oberste Priorität haben? Das ist ein Teil dessen, was die SPD bei den Besuchen erfahren möchte.

Rund 1000 Mannheimer sollen es bis September sein, die ihre Meinung zu Mannheim sagen. „Mit dieser Zahl würden wir eine solide Einschätzung bekommen, was die Bürger bewegt“, sagte Kreisvorsitzender Stefan Fulst-Blei. Gleichzeitig gibt es eine Online-Umfrage (www.spdmannheim.de) und die Möglichkeit, sich telefonisch zu äußern (0621/293-2090). Die Ergebnisse fließen in das Programm der Mannheimer SPD ein, so Fulst-Blei.

Prozess 2016 angestoßen

Zur Vorstellung des Bürgerdialogs hatte die SPD Klaus Stein, erster Bevollmächtigter der IG Metall Mannheim, und Gründer Joshua Weikert eingeladen, weil sie „die beiden Aspekte der Mannheimer Wirtschaft“ repräsentierten.

Beide haben den Fragebogen ausgefüllt, beide erwartungsgemäß mit unterschiedlichem Ansatz. Während Weikert die Größe der Stadt für Gründer lobte, betonte er auch, dass er nur gründen konnte, weil er bei einem Landeswettbewerb 10 000 Euro gewonnen hatte. Stein liegen besonders eine möglichst hohe Anzahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze, Chancengleichheit oder bezahlbarer Wohnraum am Herzen.

Den Bürgerdialog bezeichnete Fulst-Blei als „weiteren Zwischenschritt im Prozess der Neuaufstellung“ des Kreisverbands. Das „ehrgeizige Ziel“ sei, einer der modernsten Kreisverbände Deutschlands zu werden. Den Prozess habe die SPD nach der verlorenen Landtagswahl im März 2016 angestoßen. Der rote Faden sei das Motto „Die SPD geht neue Wege“. Mit Blick auf die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 verweist Eisenhauer auf die „hohe Ambition“ der SPD, ihren Status als stärkste Fraktion ausbauen zu können.