Mannheim

Soziales Schülerin mobilisiert Hilfsgüter für Erdbebenopfer

Spenden für Albanien gesammelt

„Für uns ist das ein sehr emotionales Thema“, sagt Gjentile Bajra und blickt dabei auf rund ein Dutzend Taschen und Kartons, die am Freitagvormittag am Mannheimer Busbahnhof auf dem Boden stehen. Befüllt sind sie mit Babynahrung, Klamotten und Hygieneartikeln. Gegenstände, die nach Albanien gebracht werden sollen. Das südosteuropäische Land wurde am Dienstagmorgen von einem Erdbeben erschüttert – Häuser stürzten ein, mindestens 46 Menschen fanden den Tod, viele Hundert erlitten zum Teil schwerste Verletzungen.

„Nachdem das Ausmaß des Unglücks bekanntwurde, hab ich mit einigen Freunden beschlossen, dass wir helfen müssen“, erzählt Bajra, die in Mannheim die Eberhard-Gothein-Schule besucht. Über die sozialen Netzwerke starteten sie einen Spendenaufruf und boten gleichzeitig an, die Gegenstände bei den Spendern persönlich abzuholen. Die Reaktion war enorm: Menschen mit und ohne persönliche Bindungen zu Albanien meldeten sich. Bereits am Mittwochnachmittag konnten erste Spendengüter an einen Fernbus übergeben werden, der auf seinem Weg in die albanische Hauptstadt Tirana auch in Mannheim Halt machte.

Kaum Hilfe in ländlichen Gebieten

Am Freitag versammelten sich rund 20 Helfer am Busbahnhof, um weitere Spenden abzugeben. Viele von ihnen haben Freunde und Verwandte in Albanien und im Kosovo, die ihre Häuser verloren haben und nun in Autos oder Notunterkünften leben. „Vor allem in den ländlichen Gebieten bekommen die Menschen kaum Hilfe“, sagt die 22-jährige Bajra. Aus diesem Grund brachte Arifaj Xheevdet einen Karton voller rezeptfreier Medikamente an den Bussteig. „Ich hab Aspirin und Voltaren gesammelt, da viele Leute Prellungen und Schürfwunden erlitten haben.“

Aufgrund der strengen Kontrollen an der serbisch-kosovarischen Grenze ist allerdings nicht jedes Busunternehmen bereit, die Spenden zu transportieren. „Wir haben Glück, dass ein Busfahrer zumindest einige der Taschen und Kartons mit nach Tirana nimmt“, sagt Bajra.

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