Mannheim

Luisenpark Geschenk vom ehemaligen Ersten Bürgermeister Norbert Egger zum 20. Geburtstag

Spendenscheck hilft bei Teehaus-Sanierung

Archivartikel

In den streng gesperrten Luisenpark durfte am Dienstag doch ein Besucher – denn er brachte einen großen Scheck mit. Norbert Egger, der frühere Erste Bürgermeister, spendete 10 000 Euro für Sanierungsarbeiten am Chinesischen Teehaus. Das ist auf seine Initiative entstanden und feiert im September sein 20-jähriges Bestehen. „Bis dahin sollen, müssen und wollen wir einige Dinge in Ordnung bringen“, sagte Egger.

Von 1989 bis 2005 war er Erster Bürgermeister. Noch immer engagiert sich der 81-Jährige für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit und bedauert, dass er derzeit nicht ins Reich der Mitte reisen darf, wo er sehr geschätzter Ehrenbürger von Zhenjiang und Qingdao ist. Er bringt sich zudem weiter als Beiratsvorsitzende der Duojingyuan-Teehaus GmbH, die das Teehaus im Auftrag des Luisenparks betreibt, ein.

Als er in den 1990er Jahren im Urlaub in China war, besuchte er die berühmten, von der UNESCO als Stätte des Weltkulturerbes eingestuften Gärten in der Provinz Jiangsu. Seine Frau Margarete gab dann den Anstoß und meinte, ob das nicht auch etwas für den Luisenpark wäre. Egger, seinerzeit Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtpark-Gesellschaft, unterbreitete die Idee dem Gremium. Er verband das mit der Zusage, das Projekt mit Spenden zu finanzieren – und hielt das auch ein.

Facharbeiter aus China

Bis zur Realisierung 2001 verging aber noch eine lange Zeit, wie Egger jetzt zurückblickte. 1994 führte er eine kleine chinesische Delegation erstmals auf den Maimarkt, die dann 1995 dort Seide, Tee und Kunsthandwerk anbot, was noch vor Ende des Maimarkts restlos ausverkauft war. „Nach und nach haben sich die Beziehungen gefestigt“, so Egger. Seit 1995 besteht eine Städtefreundschaft mit Qingdao, die 2016 zur offiziellen Partnerschaft aufgewertet wurde. Schon seit 2004 gibt es die Städtepartnerschaft mit Zhenjiang.

Von dort kamen damals 32 Facharbeiter, die den Chinesischen Garten und das Teehaus errichteten. Auch Ziegel, Steine, Holz, Fliesen und sogar Spezialwerkzeug wurden von dort geholt und in 67 Containern nach Mannheim gebracht. Dazu zählten 200 Tonnen spezieller Felsen, die eigentlich einem Exportverbot in China unterlagen – aber das Land machte eine Ausnahme für Mannheim. „Es war damals in Deutschland einmalig, so etwas zu bauen“, ist Egger immer noch stolz auf die Realisierung des Projekts. Die Kosten von über zwei Millionen Euro wurden tatsächlich aus Spenden bestritten.

Doch nun, nach 20 Jahren, muss im Teehaus „einiges ersetzt, ausgebessert und renoviert werden“, wie Stadtpark-Geschäftsführer Joachim Költzsch sagt. So brauchen die Holzpfeiler nicht nur einen neuen Anstrich, einige weisen auch Risse aus, weshalb ein Austausch ansteht. Das gilt ebenso für die hölzernen Verzierungen und feinen Schnitzereien, wofür eigens wieder chinesische Experten anreisen werden. Daher war sich Költzsch nicht sicher, ob die 10 000 Euro von Egger für alle anfallenden Arbeiten reichen, da ein Teil erst ausgeschrieben werden muss. Wenn nicht, so hat Egger gleich zugesagt, wolle er versuchen, weitere Spenden zu akquirieren.

Auch für die Bundesgartenschau 2023 stelle der Chinesische Garten mit dem Teehaus „eine absolute Perle dar“, ist der frühere Erste Bürgermeister überzeugt. Direkt am Teehaus wird die Seilbahn zum Spinelli-Gelände starten, und am Teehaus ist erst im vergangenen Jahr dank über 200 geschenkten Pflanzen von Kamelienfreunden aus ganz Deutschland ein großer Kameliengarten angelegt worden, in dem fast zu jeder Jahreszeit etwas blüht.

Laut Költzsch könne der Chinesische Garten die Keimzelle dafür sein, hier 2023 „Internationale Gärten“ zu präsentieren. Tatsächlich nennt das Ausstellungskonzept der Bundesgartenschaugesellschaft die Freizeitwiese nun „Weltgarten“. Es sieht zwischen ihr und dem Gebirgsbach Themengärten der Partnerstädte sowie einen Europagarten vor.

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