Mannheim

Justizvollzugsanstalt Die Abteilung in Mannheim umfasst zwölf Haftplätze

Spezielle Abteilung

2007 richtete die Mannheimer Justizvollzugsanstalt als erste Anstalt des Landes eine spezielle Abteilung für Sexualstraftäter ein. Der damalige Leiter, Romeo Schüssler, sah den Bedarf, dieses spezielle Klientel besonders zu behandeln. Intensiv und unter anderen, strengeren Bedingungen, als es im Vollzug üblich ist. Dieses Konzept hat sich bis heute bewährt, andere Anstalten im Land haben es übernommen.

Die Abteilung in Mannheim umfasst zwölf Haftplätze. Sie befinden sich nicht im Sternbau, sondern in einem extra Gebäude, mit eigenem Hof für den Freigang. Auch um Anfeindungen, denen Sexualstraftäter ausgesetzt sind, zu vermeiden. Aber auch, um einen reibungslosen Ablauf der Therapie zu ermöglichen. Drei speziell weitergebildete Psychologen, zwei interne und einer, der bei der forensischen Ambulanz arbeitet, sowie ein Sozialarbeiter begleiten die Teilnehmer, die ein zweijähriges Programm durchlaufen. Immer mittwochs treffen sich alle Teilnehmer zur Gruppentherapie. Die Vorgehensweise richtet sich nach Strukturen, die wissenschaftlich untersucht wurden. Außerdem verpflichtet sich jeder in der Abteilung zu Einzelgesprächen mit den Psychologen.

JVA-Chef Holger Schmitt ist von dem Konzept seines Vorgängers überzeugt und hält daran fest. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der forensischen Ambulanz sei extrem wichtig, sagt er: „Denn diese Verbindung bleibt den Teilnehmern auch nach der Entlassung erhalten. Mit dem Abschluss des Programms darf auf keinen Fall der Kontakt zum Therapeuten abbrechen.“

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