Mannheim

Feuerwehr Analyse-Experten bei Großübung

Spürnasen trainieren den Ernstfall

Archivartikel

Drei Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau und drei Beamte der Berufsfeuerwehr haben zusammen mit weiteren Spezialisten aus dem gesamten Bundesgebiet eine Woche lang den Schutz der Bevölkerung vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren trainiert. Dazu fuhren sie mit zwei Fahrzeugen auf den Truppenübungsplatz Bergen.

Dort beteiligten sich insgesamt 55 Einsatzkräfte gemeinsam mit fünf Analytikexperten der Schweizer Chemie-Einsatzequipe des eidgenössischen Bundesamts für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (C-EEVBS) aus Spiez/Thuner See, sowie 45 Angehörigen der Bundespolizei an der vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) organisierten Großübung.

Austausch unter Kollegen

Die Mannheimer gehören zur „Analytischen Task Force“ (ATF), einer von der Stadt und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gemeinsam getragenen Spezialeinheit für die Analyse von radioaktiven, biologischen oder chemischen Stoffen. Davon gibt es nur acht Einheiten im Bundesgebiet. In Mannheim wird sie gemeinsam von der Freiwilligen Feuerwehr Neckarau und der Berufsfeuerwehr gestellt.

„Mit den Kollegen aus dem Bundesgebiet zu üben, sich auszutauschen, sich über neue Herausforderungen und Gefahren zu informieren, das bringt enorm viel“, so der Leiter der Mannheimer ATF, Ralph Rudolph. Bei der Übung wurde unter anderem simuliert, dass Erdaushubarbeiten unbekannte Stoffe freilegen, sowie die Entdeckung einer illegalen Produktion von unbekannten Stoffen in einem improvisierten „Heimlabor“.

Die Mannheimer ATF war schon mehrfach überregional. Vom G 7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Bayern über den Papstbesuch in Köln 2005, den Papstbesuch in Österreich 2007, dem Nato-Gipfel 2009 in Baden-Baden oder Fußball-EM 2008 in Stuttgart hatte man sie angefordert. In Mannheim wird die Gruppe stets alarmiert, wenn nach einem Brand Rauchwolken über der Stadt stehen und zu prüfen ist, wie gefährlich dieser Qualm ist.