Mannheim

Rettungsdienst Vertrag über neue Leitstelle unterzeichnet

Stadt einigt sich mit Rotem Kreuz

„Einen weiteren wichtigen Schritt weiter“ sei die Stadt, sagte ihr Erster Bürgermeister Christian Specht. Was er nicht sagte: Der Weg war steinig. Nach langen, teils sehr kontroversen Verhandlungen, die auch kurz vor dem Scheitern standen, sind sich Stadt und Deutsches Rotes Kreuz nun einig, gemeinsam die künftige Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst für Mannheim zu betreiben. Gestern haben sie dazu die Trägerschaftsvereinbarung unterschrieben.

Wann die Leitstelle genau in Betrieb geht, ist weiter offen. Die letzte offizielle Aussage der Stadt war, sie solle „im Lauf des Jahres 2019, zum Ende hin“ ihre Arbeit aufnehmen. Gestern hieß es „ab Frühjahr 2020“. Intern ist von Februar und „schrittweise“ die Rede – in keinem Fall aber in der Silvesternacht, weil da die meisten Notrufe im Jahr eingehen.

Hintergrund ist ein langjähriger Streit, ob Mannheim vom Rettungsdienst schnell genug versorgt wird. 2014 hatte das Land nämlich mit Hilfsorganisationen und Krankenkassen – jedoch ohne Rücksprache mit Mannheim – einen neuen, großen Rettungsdienstbereich geschaffen. Darin wurden Heidelberg mit allen Landkreis-Gemeinden und Mannheim zusammengefasst. Die Leitstelle dafür sitzt in Ladenburg.

Erst im März 2017 gab Innenminister Thomas Strobl (CDU) grünes Licht, dass der große Rettungsdienstbereich wieder getrennt und Mannheim eigenständig wird. Das ist zum Jahresbeginn 2019 in Kraft getreten (wir berichteten). Es klappte aber nicht, gleichzeitig eine eigene Leitstelle für Mannheim zu schaffen, so dass derzeit die Rettungswagen in der Quadratestadt noch von Ladenburg aus gesteuert werden. Die dortige Leitstelle soll sich künftig auf Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis konzentrieren.

Technik und Personal fehlen noch

Der nötige Platz für eine große Leitstelle, die Feuerwehr und Rettungsdienst gleichzeitig koordiniert, ist dank vorausschauender Planung in der neuen Hauptfeuerwache in Neckarau da – Personal und Technik aber noch nicht. Die Organisation soll in Form einer gemeinnützigen GmbH, die Stadt und Rotes Kreuz gemeinsam bilden, erfolgen; der Notartermin dafür noch vor den Sommerferien sein. Die Geschäftsführer sind inzwischen gefunden.

Das Projekt bedeute eine „große administrative, personelle und technische Herausforderung“, so Rudolf Large, Vizepräsident des DRK-Kreisverbandes. Er unterzeichnete mit Specht den Vertrag, der die wesentlichen Grundsätze der Zusammenarbeit für den Betrieb der Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst regelt. Large äußerte sich aber „überzeugt, dass wir diese Herausforderung gemeinsam meistern werden“ und sprach von einer „konstruktiven und freundschaftliche Atmosphäre“ der Verhandlungen.