Mannheim

Umwelt EU-Behörde legt neue PFC-Grenzwerte fest

Stadt lässt Äcker prüfen

Archivartikel

Wer pro Woche nicht mehr als 4,4 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht der als möglicherweise krebserregend geltenden per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) zu sich nimmt, braucht bei einer lebenslangen Aufnahme der Chemikalie – etwa in Lebensmitteln – keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten (Nanogramm: ein Milliardstel Gramm). Diesen Wert legte jetzt die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mit Sitz in Parma (Italien) fest, wie aus Pressemitteilungen der Behörde und des Karlsruher Regierungspräsidiums (RP) hervorgeht.

Wie mehrfach berichtet, sind im Mannheimer Norden Ackerböden und landwirtschaftliche Erzeugnisse seit Jahren mit der Substanz belastet. Als Ursache gelten Klärschlämme aus der Papierindustrie. Die Herkunft dieser Schlämme blieb allerdings bis zuletzt unklar. Es sei nach RP-Angaben zudem unklar, inwieweit sich diese neuen, europäischen Grenzwerte für Menschen auf die Kontrollen der in Mannheim produzierten Lebensmittel und das sogenannte „Vor-Ernte-Monitoring“, also die Beprobung von Pflanzen noch auf dem Feld auswirken. Zuletzt war die Substanz in Erdbeeren und Honig aus dem Bereich nachgewiesen worden.

Eine PFC-Belastung auf Mannheimer Gemarkung wurde bislang auf rund 385 Hektar (von rund 1000 Hektar Gesamtfläche nördlich Sandhofens) festgestellt. In diesem und im kommenden Jahr soll das gesamte Ausmaß der PFC-Verunreinigung flächendeckend ermittelt werden. Voraussichtlich ab Ende 2021 sei dann eine Gesamtbetrachtung der Lage möglich, hatte es im Frühjahr in einer Mitteilung aus dem Mannheimer Rathaus geheißen. 

Zum Thema