Mannheim

Corona-Krise 30 Soldaten sollen Gesundheitsamt helfen

Stadt Mannheim holt doch die Bundeswehr

Die Stadt Mannheim will jetzt doch Soldaten der Bundeswehr anfordern, um Kontaktpersonen von Corona-Infizierten schneller zu kontaktieren. Das bestätigte Ralf Walther, der Sprecher des Oberbürgermeisters, auf Anfrage. Noch am Montag hatte er gesagt, dass die Stadt das nicht für nötig halte. Sie wolle lieber Studenten der medizinischen Fakultät Mannheim einsetzen. „Die Gewinnung von Studierenden war nicht in der Geschwindigkeit möglich wie gewünscht“, so Walther jetzt. Daher hat die Stadt die Hilfe der Truppe angefordert. „Umfang und Einsatzort werden aktuell abgestimmt“, erklärte der Sprecher.

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Nach Informationen dieser Redaktion geht es um eine Größenordnung von 30 Soldaten. Ihre Aufgabe soll sein, Kontaktpersonen von nachweisbar infizierten Menschen anzurufen sowie damit zusammenhängende Büro- und Dokumentationsarbeiten zu erledigen. Hoheitliche Tätigkeiten, also etwa selbst Quarantäne anordnen, dürfen die Soldaten nicht ausüben.

Zusage von Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bereits am Freitag den Städten, in denen die Neuinfektionen stark zunehmen, Hilfe zugesagt – Mannheim fällt in diese Kategorie und wurde deshalb zum Risikogebiet erklärt. Dort werde die Bundeswehr „auf Bitten der jeweiligen Stadt“ Experten in die Krisenstäbe entsenden sowie Soldaten schicken, die bei der Kontaktnachverfolgung helfen. Mannheim äußerte die Bitte zunächst nicht.

Bewilligen muss die Amtshilfe das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin. Gesteuert wird sie dann vom Landeskommando Baden-Württemberg und vom Mannheimer Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, das aus besonders qualifizierten Reservisten besteht.

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