Mannheim

Wertstoffe Duale Systeme sagen weitere Leerung der Gelben Tonne zu

Stadt muss nicht einspringen

Archivartikel

Übervolle Gelbe Tonnen und Verpackungsmüll, der nicht mehr abgeholt wird: Dazu soll es in Mannheim nicht kommen. Nach etlichen Nachfragen hat die gemeinsame Stelle der Dualen Systeme jetzt mitgeteilt, dass die Abholung von Getränkekartons, Plastik und Metall auf mehreren Wegen gesichert sei.

Für große Unsicherheiten in den vergangenen Tagen sorgte dabei der Insolvenzantrag der ELS Europäische Lizenzierungssysteme GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Bonn ist eine der Partnerfirmen des Dualen Systems. Sie hat die Abholung des Verpackungsmülls für etwa vier Fünftel des Mannheimer Stadtgebiets an das Entsorgungsunternehmen Knettenbrech und Gurdulic vergeben. Wie berichtet, hat die für Mannheim zuständige Firma ELS einen Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Die Stadt Mannheim hatte danach angekündigt, mit bis zu einer Million Euro in die sogenannte Ersatzvornahme zu gehen, um die Leerung der Gelben Tonnen im Stadtgebiet sicherzustellen. Heißt: Wenn ELS nicht mehr bezahlen sollte, dann springt die Stadt ein.

Keine Ersatzvornahme

Doch dazu wird es nach Angaben von Rechtsanwalt Marko Sickinger von der gemeinsamen Stelle des Dualen Systems nun nicht kommen. Demnach gebe es zwei Lösungen: Zum einen habe der vorläufige Sachwalter der ELS, Rüdiger Weiß, den ELS-Lieferanten zugesagt, dass ihre Leistungen „insolvenzsicher vergütet“ werden. Es sei davon auszugehen, dass ein solches Schreiben auch an das Unternehmen Knettenbrech und Gurdulic gegangen sei.

Daneben gibt es offenbar noch eine zweite Sicherheit. Denn der jeweils beauftragte Entsorger – in Mannheim ist das eben Knettenbrech und Gurdulic – habe eine Leistungsverpflichtung gegenüber allen zehn Betreiber-Unternehmen der Dualen Systeme. So schildert es Marko Sickinger in einem Brief an die Abfallwirtschaft der Stadt Mannheim. Dieses Schreiben liegt dem „MM“ vor.

Darin heißt es, dass die weiteren Betreiber des Dualen Systems sich gegenüber Knettenbrech und Gurdulic „stets vertragskonform verhalten“. Demzufolge müsse auch das Unternehmen weiter den Verpackungsmüll einsammeln. Das Einspringen der Stadt Mannheim sei darum nicht angebracht.

Dies bestätigte auf „MM“-Nachfrage auch Rathaussprecher Kevin Ittemann. ELS habe gegenüber der Abfallwirtschaft Mannheim „versichert, die Verpflichtungen zu erfüllen“. Knettenbrech und Gurdulic hatte bereits für Montag dieser Woche eine Einigung der Beteiligten über die weitere Wertstoff-Leerung in Aussicht gestellt, bei der letztlich geklärt werden sollte, wer die von Knettenbrech erbrachte Dienstleistung bezahlt.

Die Mannheimer Haushalte verursachen laut der Abfallstatistik des Landes gut 7100 Tonnen Wertstoffabfälle (rund 24 Kilo je Einwohner) im Jahr. Etwa 6300 Tonnen sind sogenannte Leichtverpackungen, hinzu kommen 77 Tonnen Kunststoff und 969 Tonnen Metall. Dieser Müll wird seit Anfang 2017 mit der Gelben Tonne gesammelt, zuvor mit dem Gelben Sack. Diese Umstellung, darauf hatte die Stadt hingewiesen, hat mit den aktuellen Problemen nichts zu tun.

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