Mannheim

Studien So sieht der bisherige Stand der Forschung aus

Stadt schlecht für die Psyche

Der bisherige Stand der Forschung besagt, dass das Leben in Städten schlecht für die psychische Gesundheit ihrer Bewohner ist. Das ist jedoch kein neuer Befund, sondern schon seit den 1930er Jahren bekannt, wie Andreas Meyer-Lindenberg, Chef des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI), sagt. Bereits 1965 wurde unter anderem von Heinz Häfner, Gründer des Instituts, eine Karte von Mannheim gefertigt, die zeigt, wo die meisten psychischen Erkrankungen auftraten. Und das war in den Quadraten.

Obwohl Städte im Durchschnitt wegen der besseren ärztlichen Infrastruktur gesünder für Menschen sind, gibt es doch eine Ausnahme. Die Hauptbefunde der Studie zeigen: „Leute, die momentan in einer großen Stadt wohnen, haben ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Angsterkrankungen“, erklärt Meyer-Lindenberg. Im Vergleich zu Menschen auf dem Land ist die Zahl der Erkrankten in Städten um 40 Prozent höher. Zudem ist die Gefährdung einer Schizophrenie-Erkrankung bei Menschen, die in Städten aufwachsen, dreimal so hoch, als bei Menschen, die in ländlichen Regionen aufwachsen. Schizophrenie ist ein Krankheitsbild, bei dem Betroffene die Realität verändert wahrnehmen oder verarbeiten. Dazu zählt das Stimmenhören, Wahnvorstellungen oder auch der Verfolgungswahn.

Das ZI will mit einer neuen Langzeitstudie nun herausfinden, was das Leben in Städten für Menschen angenehmer macht und wie in Folge psychischen Erkrankungen vorgebeugt werde können. 

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