Mannheim

Nachruf Architekt und Ex-Prinz Horst Rienkens gestorben

Stadtbild und die Fasnacht geprägt

Archivartikel

Im Februar, zum Prinzeneinzug im Dorint-Hotel, hatte er sich noch einmal aufgerafft. Schon von Krankheit sichtlich gezeichnet, freute er sich aber riesig, als Ältester der Runde die schöne Gemeinschaft der Ex-Prinzen zu erleben. Nun muss sie von ihm Abschied nehmen: Fasnachter Horst Rienkens, auch bekannt als Architekt und Sportler, ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

„Beherrscher der Baukunst“ war sein Titel, als er 1972 als Prinz amtierte. Und tatsächlich hat er als Architekt, oft für die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBG tätig, das Stadtbild mit geprägt. Der „Lortzingblock“ oder die Wohnhäuser entlang der Neckarauer Straße, das Jugendhaus Herzogenried, Turnhallen, Wohn- und Geschäftshäuser sowie zuletzt das Rettungszentrum für Freiwillige Feuerwehr und THW in Friedrichsfeld – alles ist auf seinem Reißbrett entstanden. Weit über das Pensionierungsdatum hinaus war er als Architekt tätig. Inzwischen führt seine Frau das Büro.

Olympische Gesellschaft geführt

Aber Horst Rienkens war nicht nur „Beherrscher der Baukunst“. Zupackend, wie er es einst bei der Zimmermannslehre gelernt hat, dazu gesellig, fröhlich und humorvoll mit einem gehörigem Schuss Selbstironie, zählte der begeisterte Opernfreund lange zu den aktivsten Ex-Prinzen. Seit über 60 Jahren war er beim Feuerio, fungierte als Elferrat, Senator und Ältestenrat, engagierte sich über Jahrzehnte beim Blumepeterfest und half auch gerne vielen anderen Karnevalsvereinen. 1972 privat in München dabei und vom Olympia-Fieber angesteckt, führte der begeisterte und lange aktive Handballer Rienkens zudem mehrere Jahrzehnte die Deutsche Olympische Gesellschaft Rhein-Neckar. Da warb er leidenschaftlich für Fairness und Sportsgeist.