Mannheim

Neckarstadt Viel Lob bei der Premiere von „Monnem Movies“ der Jugendkulturzentrums „forum“ / Mannheimer drehen in vier Wochen Dokumentationen

Stadtteile aus Bürgersicht als Film

Archivartikel

Familien, Freunde und viele Mannheimer sind zu der Filmpremiere der „Monnem Movies“ in die Neckargärten gekommen. Ausgehend vom Projekt „Moving Space“, bei dem sich Bürger auf zur Expedition ins Stadtgebiet machen, kamen auch hierbei Teilnehmer zwischen 20 und 70 Jahren zusammen. Dabei entstanden in Kooperation mit dem Jugendkulturzentrum „forum“ drei Kurzfilme mit unterschiedlichen Themen in der Neckarstadt-Ost und im Herzogenried. Das Projekt unter künstlerischer Leitung von Evelina Winkler (Mannheim) und Finnja Willner (Berlin) wurde gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung.

Die Premiere vor Publikum war für die acht Filmemacher ein besonderer Moment. Und eines steht für sie fest: Es soll nicht der einzige Filmdreh bleiben. Nach einstimmenden Klängen des Songwriters Paul Meerwiesen begrüßte Birgit Thomas vom „forum“ die Gäste, darunter auch die Geschäftsführerin des Stadtjugendrings, Karin Heinelt.

„Das Projekt ist super gelaufen“, sagte Thomas. „Das ,forum’ will mit diesem Projekt einen Prozess in Gang setzen, Menschen zusammenzubringen und ungewöhnliche Aktionsrahmen zu kreieren.“ Sie dankte der Stiftung, ohne die das Projekt nicht funktioniert hätte.

Die Teilnehmer versuchten, den urbanen Raum durch verschiedene Herangehensweisen zu erforschen, erklärte Thomas. „,Monnem Movies’ war das dritte Projekt von ,Moving Space’. Die beiden ersten fanden auf der Schönau und auf dem Lindenhof statt. Mitte des Jahres sollen beim Projekt ,Schwindelfrei’ die Lieblingsorte der Mannheimer vorgestellt werden.“ Thomas dankte Katharina Pfeifer, die „Moving Space“ angefangen hat und nun in Elternzeit ist. Sie dankte auch den Quartiermanagern Herzogenried, Jennifer Yeboah, und Wohlgelegen, Benjamin Klingler, für die Unterstützung. Für die künstlerischen Leiterinnen von „Monnem Movies“, Evelina Winkler und Finnja Willner, „waren es vier aufregende, intensive Wochen, in denen sich die Teilnehmer mit Technik vertraut machten, Geschichten schrieben, die Filme drehten und schnitten“. Hilfreich dabei sei der Mannheimer Filmemacher Philipp Kohl. Die anfangs zwölf und zuletzt noch acht Teilnehmer hätten alles gegeben.

Danach hieß es Film ab für „Monnem Movies“. Im Streifen „Sprich mit mir“ von Khadija Huber, Fouzia Hammoud und Katharina Justen ging es um das viel diskutierte Thema Kopftuch. Hauptdarstellerin Niwin Safar schilderte, wie schwierig es ist, mit Kopftuch Wohnung oder Arbeit zu finden. „Wieso so eine Propaganda?“, fragte ein Zuschauer in der anschließenden Diskussion, er sei selbst Ausländer, aber trage seine Religion nicht vor sich her. Niwin Safar antwortete: „Das Kopftuch ist nicht Ausdruck ihrer Religion, sondern ihrer Weiblichkeit.“

Den Film „Sonnenblumen“ drehten Vanessa Behrens, Peter Koch und Pepe Lechert im urbanen Garten an der Max-Joseph-Straße, wo die Gemeinschaft der Gärtner ebenso gedeiht wie ihre Pflanzen. Der Film „Willys Herzogenried“ von Gert Müller und Nicholas Becker zeigte den ersten Bewohner im Stadtteil.

Grüne Seiten ins Bild gesetzt

Willy Albert war 1974 von der Gartenstadt nach Herzogenried gezogen. Der heute 88-Jährige zeigte die grünen Seiten seines Stadtteils. Die Arbeit am Film sei eine Herausforderung gewesen, da sie nicht alles, was sie zeigen wollten, realisieren konnten, sagten die Filmemacher. Doch es habe Spaß gemacht. Sie wollen weitermachen. Das freute Ursel Kravat als „langjährige Herzogenriedlerin“. „Denn Herzogenried ist noch viel mehr“, sagte die SPD-Bezirksbeirätin.