Mannheim

Schloss Neues Exponat auf Kunstmarkt erworben

Standuhr des Kurfürsten ersteigert

„Die Spannung war kaum auszuhalten“, berichtet Uta Coburger darüber, was sie am Mittwoch per Telefon erlebte. Einen „Auktionskrimi“ nennt es die für das Mannheimer Schloss zuständige Konservatorin der Staatlichen Schlösser und Gärten. Bei einem Kölner Auktionshaus hat sie eine rare Kostbarkeit für das Schloss sichern können, eine höfische Bodenstanduhr mit Glockenspielwerk. Hartnäckige Mitbieter gingen bis zu 130 000 Euro mit, dann erst konnte der Auktionator den Zuschlag für Mannheim erteilen „Eine ungeheure Erleichterung und ein Triumph,“ freut sich Coburger.

Die Provenienz der Standuhr sei „so lupenrein, wie man es sich nur vorstellen kann“, so Coburger. Nachgewiesen ist sie in der Sammlung der Markgrafen und Großherzöge von Baden und belegt im Inventar von Mannheim. Sie war schon in den 1990er Jahren aus den Beständen der Markgrafensammlung von einem Privatsammler erworben und nun wieder angeboten worden. Jetzt habe man zugegriffen.

Glockenspiel funktioniert

„Es geschieht nicht oft, dass ein Stück dieser Qualität und von so eindeutiger Mannheimer Herkunft auf dem Kunstmarkt auftaucht“, begründet dies Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten. Die um 1745 wohl als Auftragsarbeit für Kurfürst Carl Theodor entstandene Bodenstanduhr ist 2,80 Meter hoch und mit kostbaren Einlegearbeiten aus unterschiedlichen Hölzern verziert. Das Spielwerk funktioniert bis heute. Das Glockenspiel

mit 14 Glocken wird angesteuert über eine Walze und verfügt über ein Repertoire von zwölf Melodien. Der Auktionskatalog spricht von einem „meisterlichen Höhepunkt im Oeuvre des kurpfälzischen Hofuhrmachers Jacob Möllinger“ und weist die Uhr dem Mannheimer Hofebenisten (Kunsttischler) Ferdinand Zeller zu.

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