Mannheim

Ausbildung Neun Unternehmen und die Stadt Mannheim wollen mit zwei Aktionstagen für ihre Ausbildungsplätze werben

„Startklar“ für künftige Azubis

In dieser Woche beginnen die Prüfungen für den Haupt- und den Realschulabschluss sowie für das Abitur. Spätestens jetzt sollten sich die Schulabgänger also Gedanken machen, was sie mit dem Zeugnis in der Tasche machen wollen. Die Auswahl an Ausbildungsberufen und dualen Studiengängen ist riesig, ein bisschen Orientierung kann da nicht schaden. Und auch für die Unternehmen beginnt jetzt ein regelrechter Kampf um die Bewerber: Auszubildende sind in vielen Betrieben händeringend gesucht, die Bewerberzahlen hingegen meist niedrig. Neun Mannheimer Unternehmen sowie die Stadt wollen hier dagegenhalten und starten bereits zum zweiten Mal die Initiative „mach dich startklar mannheim“.

Am 20. April und am 8. Juni zwischen 15 und 20 Uhr können Interessierte hinter die Kulissen der Ausbildungen schauen, um abzuschätzen, inwiefern der jeweilige Beruf zu ihnen passt. „Jeder, der seine Ausbildung abbricht, ist ein herber Verlust. Unsere Aufgabe muss es sein, den Bewerbern frühzeitig klarzumachen, was auf sie zukommt“, sagt deshalb Ulrich Manz von der Bundesagentur für Arbeit, die die Initiative mitträgt: „Und gerade beim Übergang von der Schule in den Beruf dürfen wir niemanden verlieren, deshalb ist ,startklar’ so wichtig.“ Man habe auf dem Arbeitsmarkt die beste Situation seit Jahren und Fachkräfte würden quasi überall händeringend gesucht. Jeder, der keinen Ausbildungsplatz finde oder die Lehre abbreche, schmerze da umso mehr.

Elektriker gesucht

Das unterstreicht auch Dagmar Straub von der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar, neben Manz Schirmherrin der Aktion. Sie macht gleichzeitig auch denjenigen Mut, die für diesen Sommer noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben: „Allein für das Jahr 2018 sind noch 900 Ausbildungsstellen in der Region unbesetzt, 400 davon in den gewerblich-technischen Berufen wie Elektriker oder Industriemechaniker.“ Die Unternehmen stünden derzeit vor einer großen Herausforderung, „deswegen ist die ,startklar’-Initiative eine wichtige Arbeit“.

Was man bei den Aktionstagen alles erleben kann, erklärt Steffen Grimm, Personalleiter bei den Verkehrsbetrieben Rhein-Neckar: „Man kann die jeweilige Ausbildung praxisorientiert erleben. Bei uns kann man sich zum Beispiel in den digitalen Fahrsimulator setzen und eine Bahn über die Trassen in der Region steuern.“ Und bei dem Lack- und Farbenhersteller Brillux wird am 20. April unter anderem ein Showtruck auf dem Gelände stehen, der das Unternehmen präsentieren soll, wie der Mannheimer Niederlassungsleiter Mirsad Srabovic erklärt: „Und an einer Graffiti-Wand kann man mehr über Farben lernen.“ Auch über die klassische Malerausbildung könne man sich informieren.

David Johann, kaufmännischer Ausbilder beim Großkraftwerk Mannheim, bietet insgesamt 23 Ausbildungsplätze und bei ,startklar’ die Möglichkeit, „die Ausbildung live zu erleben. Zum Beispiel in der Schmiede, bei den Schweißern oder Fräserei.“ Er sagt aber auch: „Für 2018 sind unsere Plätze alle belegt, mit dem Aktionstag beginnt unsere Bewerbungsphase für 2019.“