Mannheim

Uni Mannheim Bund Deutscher Kriminalbeamter beruft BWL-Professor in wissenschaftlichen Beirat

Steuerexperte berät künftig Berufsverband der Kripo

Archivartikel

Christoph Spengel, Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der Universität Mannheim, ist in den Wissenschaftlichen Beirat des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) berufen worden.

Dem wissenschaftlichen Beirat des BDK gehören insgesamt 15 Mitglieder an, darunter Experten auf den Gebieten Forensik, Informatik, Islamwissenschaften, Kriminologie, Psychologie, Rechtsmedizin sowie Straf- und Wirtschaftsrecht. Die Zusammensetzung des Beirates erfolgt heterogen, um die kriminalpolitische Argumentation des BDK zu bewerten, abzusichern und zu bereichern. Ein weiteres Ziel des Beirats ist es, Ideen zu entwickeln, ob und inwieweit wissenschaftliche Forschung angestoßen oder bereits vorhandene Forschungsergebnisse zielgerichtet genutzt werden können.

Experte für Steuerbetrug

Die Berufung des Betriebswirts und Steuerwissenschaftlers Christoph Spengel in den Wissenschaftlichen Beirat des BDK erfolgte insbesondere vor dem Hintergrund seiner jüngsten Arbeiten zur Aufdeckung von Steuerbetrug im Zusammenhang mit Aktientransaktionen in seinen internationalen Dimensionen. Bekannt geworden als Cum/Ex- und Cum/Cum-Geschäfte.

Christoph Spengel gilt weltweit als der Wissenschaftler und Experte, der das internationale System des komplexen Steuerbetrugs mit Aktientransaktionen einschließlich seiner vielschichtigen Akteure entschlüsselt hat. 2016 war Spengel Sachverständiger und einziger Gutachter für den Cum/Ex-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags.

Im Jahr 2018 agierte Spengler in dieser Angelegenheit als Sachverständiger für das Europäische Parlament, das auf der Grundlage seiner Erkenntnisse weitreichende Resolutionen zur EU-weiten Kapitalmarktaufsicht und Steuerstrafverfolgung verabschiedete. Alleine für Deutschland beziffert der Mannheimer Wissenschaftler das Ausmaß des Steuerbetrugs durch Cum/Ex- und Cum/Cum-Geschäfte auf mehr als 30 Milliarden Euro. 

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