Mannheim

Corona Hochzeitsbranche wünscht sich mehr Klarheit

Stillleben einer Feier im Schlosshof

Archivartikel

Unter dem Motto „Stand Up for Love“ (auf Deutsch: Steht auf für die Liebe) will die Hochzeitsbranche am Dienstag in zehn deutschen Städten auf ihre Situation in der Corona-Krise aufmerksam machen. Bei der Mannheimer Aktion soll eine 20 Meter lange, festlich eingedeckte Tafel im Schlosshof stehen. Geschirr, Gläser und Papeterie sollen die Tafel zieren – nur die Stühle bleiben leer, um darzustellen, dass in der Branche derzeit Stillstand herrscht. Statt großer Veranstaltungen sind seit Mitte März nur standesamtliche Trauungen unter Wahrung des Mindestabstands, möglich: In Mannheim können zehn Personen an einer Eheschließung im Alten Rathaus teilnehmen, im Rittersaal des Schlosses maximal 22 Personen.

Etwa 30 bis 35 Dienstleister aus der ganzen Metropolregion werden stellvertretend für ihren Berufszweig am Hochzeitsstillleben teilnehmen, unter anderem Fotografen, Floristen, Trauredner, Sänger und Eventtechniker. Die Dienstleister fühlen sich als spezialisierte Branche oft nicht wahrgenommen. „Aber zu einer Hochzeit gehören nicht nur der Standesbeamte, das Kleid und ein Friseur“, sagt Anne Salber, Inhaberin des Dekorationsverleihs Leihrausch. „Alle Gewerke, die an der Aktion teilnehmen, sind bei der Durchschnittshochzeit in Deutschland vertreten“, fügt sie an. Initiiert wird die bundesweite Veranstaltung, bei denen auf die Hygienebedingungen geachtet werden soll, vom Bundesverband der Hochzeitsdienstleister (BVdH). Der hat sich erst am 26. Mai 2020 gegründet, um die Branche in der Öffentlichkeit zu repräsentieren, wie es in einer Mitteilung heißt.

Hilfen für Soloselbstständige

Eigentlich sei es den Hochzeitsdienstleistern vor der Coronakrise als Branche gut gegangen, in den letzten Jahren sei sie stark gewachsen, erklärt Fabienne Jürriens, Hochzeitsplanerin bei Pinkdot Wedding Concepts. „Aber nun gibt es viele Soloselbstständige, die am Existenzminimum leben.“ Viele Hochzeiten seien verschoben worden, so Salber. „Wir können dieses Jahr kaum bis keine Umsätze schreiben. Und im nächsten Jahr können wir unmöglich alles aufholen.“ Die Hochzeitsbranche hofft auf Unterstützung von kleinen Unternehmen und Soloselbstständigen seitens der Politik. Und sie hofft auf ein Öffnungskonzept: „Wir stehen vollkommen hinter den Vorschriften, wollen jedoch wissen, ab wann man wieder unter welchen Voraussetzungen planen kann“, so Jürriens. Vorschläge für ein Hygienekonzept für Hochzeiten gebe es bereits. „Wenn das abgenickt ist, haben die Leute vielleicht auch wieder mehr Lust zu heiraten – und die Branche kriegt ein bisschen mehr Halt.“

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