Mannheim

„Pacemaker-Marathon“ Rund 150 Amateursportler protestieren für ein Verbot von Atomwaffen

Strampeln für Frieden trotz großer Hitze

Archivartikel

Das Thermometer stand schon stramm über der 30-Grad-Marke. Doch den rund 150 Teilnehmern des „Pacemaker-Radmarathons“ konnte dies nichts anhaben.

Jürgen Ried, Michael Ridinger und Rainer Mewaldt stiegen gut gelaunt von ihren Fahrrädern, um zuerst einmal etwas zu trinken. Nach einem Drittel der Strecke kam die Pause vor dem Rathaus in E 5 gerade recht: „Bei so einem Wetter muss man viel trinken. Ob da am Ende zehn Liter ausreichen, weiß ich nicht“, lachte der Dossenheimer Ridinger. „Die Tour ist bestens organisiert . Die Polizei leistet einen Superjob. Wir haben überall freie Fahrt“, waren die drei mehr als zufrieden. Jetzt freuten sie sich auf etwas zu essen. „Das wird erst schwer, wenn heute Nachmittag gegen 16 Uhr die Temperatur über 35 Grad steigt“, wusste ein anderer der Pacemaker, die sich als „Schrittmacher“ (das bedeutet das Wort „Pacemaker“) für ein Verbot von Atomwaffen sehen.

„Ich glaube, bis wir soweit sind, wird es noch Jahrzehnte dauern. Da fahren wir schon noch ein paar Mal die 338 Kilometer von Bretten nach Ramstein und wieder zurück“, sagte Organisator Roland Blach. „Das sind alles engagierte Radfahrer, die sich auch für unsere Sache einsetzten“, erklärte er.

Zum ersten Mal fuhr Sabine Hudelist aus Ostfildern die Strecke mit. „Es ist einfach schön, dass das so gut organisiert ist. Es macht auch Spaß, dank der Polizei bei Rot über die Ampel zu fahren. Die machen einen tollen Job“, so die Radlerin. „Es ist schon schön, wenn die Leute am Straßenrand winken, wenn wir da vorbeifahren“, fand auch Begleiter Andreas Rinke. „Das schaffen wir schon“, war er fest überzeugt. Auch wenn die Steigung nach Johanniskreuz erst nach 239 Kilometern komme, gebe es keine größeren Probleme. „Wir sind gut trainiert“, blieben beide optimistisch.

Politiker machen mit

In seinem Heimatort Neckargemünd hatte sich auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Hermino Katzenstein unter die Radfahrer gesellt. „Jetzt will ich die Strecke bis Bretten zurücklegen. Hoffentlich klappt es“, meinte er schmunzelnd.

Selbst ein Bürgermeister – Roland Schönung aus Lorsch – hatte sich unter die Pacemaker gemischt. „Es waren doch rund 5000 Bürgermeister, die ursprünglich den Aufruf für ein Atomwaffenverbot ins Leben riefen“, erklärte Schönung. „Da kann ich doch auch ein kleines Zeichen dafür setzten, indem ich hier ein Stück mitfahre.“