Mannheim

Geburtstag Bloomaul Rolf Götz wird morgen 65 Jahre alt

Streitbarer Lokalpatriot

Wenn es den „Verein für deutliche Aussprache“ wirklich gäbe, auf den Franz Josef Strauß in Reden der 70er und 80er Jahre so gerne verwies – er wäre sicher führendes Mitglied, besser Ehrenmitglied: Rolf Götz. Am Sonntag wird der vielfältig engagierte Unternehmer und Feudenheimer Bezirksbeirat, 2018 mit dem Bloomaulorden geehrt, 65 Jahre alt. Und mit viel Vergnügen eckt er weiter gerne an, redet er in Mannheimer Dialekt humorvoll Klartext.

Götz ist agil, fit, energiegeladen, tatendurstig und sprudelt vor Ideen, wo er etwas bewegen, organisieren oder erreichen kann. Wenn er damit unbequem wird, macht es ihm nicht nur nichts aus – dann macht es ihm noch mehr Spaß. Er sei halt „ein kurpfälzer Schreihals“, hat seine Frau Alexandra ihn mal charakterisiert. Doch streitbar ist Rolf Götz nie um des Streits willen. Aber wenn der Lokalpatriot von etwas überzeugt ist, dann kämpft er unermüdlich für diese Sache, mit großem Einsatz und, wo nötig, mit privatem Geld.

Unterwegs auf den Weltmeeren

Der Vater von drei Söhnen führt in dritter Generation das Familienunternehmen Pressluft Götz mit heute gut 60 Mitarbeitern, Stammsitz im Wohlgelegen sowie Niederlassungen in Karlsruhe und Frankfurt. Zwar ist der jüngste Sohn erfolgreich in die Leitung des Unternehmens eingestiegen, „und er macht es gut“, wie Götz sagt. Aber Ruhestand? „Quatsch, wieso?“ Dafür fühlt sich Götz zu jung.

Auch bei der Bundesmarine ist Götz weiter gefragt. Zwar hat er nie gedient, doch er ist vor 16 Jahren als Quereinsteiger zur Marine gekommen, nachdem er als erfahrener Binnenschiffer Marine-Landungsboote auf dem Rhein lotste. Seither wurde und wird er immer wieder engagiert, dient als Reserveoffizier im Rang eines Fregattenkapitäns als Navigationsoffizier auf großen Schiffen, meist bei Auslandseinsätzen.

Zehn Jahre war Rolf Götz stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Feudenheim, durfte lange als einziger Ehrenamtlicher das Feuerlöschboot fahren. Er verhalf der Marinekameradschaft zu einem Vereinsheim, Kindergärten in Not zu einer festen Bleibe und stellte in Feudenheim einen historischen Dampfzug auf die Schienen. Seit 15 Jahren gehört der große Oldtimer-Freund für die CDU dem Bezirksbeirat an, hat aber seinen eigenen Kopf. Mit Verve kämpft er gegen die Bundesgartenschau auf dem nach seiner Überzeugung mit Schadstoffen verseuchten Spinelli-Gelände und gegen die „Verschandelung“ der Au, dafür für den Erhalt des Museumsschiffs. Drei Mal kandidierte er für den Gemeinderat – stets auf dem letzten CDU-Platz, und stets schnellte er auf der Liste nach oben.