Mannheim

Schwetzingerstadt und Oststadt

Stromausfall in Mannheimer Innenstadt: 5000 Haushalte fast 15 Stunden ohne Strom

Mannheim.In Mannheim ist es am Samstag seit dem Mittag zu einem großflächigen Stromausfall in der Innenstadt gekommen. Erst in der Nacht auf Sonntag um 1.57 Uhr konnte die Stromversorgung nach Reparaturarbeiten und Grabungen wieder vollständig hergestellt werden. Nach Angaben der Feuerwehr war zuvor nicht mit einer Störungsbehebung vor 3 Uhr zu rechnen.

Wie das Energieunternehmen mitteilte, war die Stromversorgung seit kurz nach 11.30 Uhr aufgrund eines Kabelfehlers im Mittelspannungsnetz in der Schwetzingerstadt und Oststadt unterbrochen. Betroffen war der Bereich zwischen Kolpingstraße (Norden), Reichskanzler-Müller-Straße (Süden), Otto-Beck-Straße (Osten) und Kaiserring (Westen).

Die Ursache konnte bis in die Nacht hinein nicht behoben werden. "Wir arbeiten unter Hochdruck, aber wir kommen bislang nicht an die Stelle, wo wir den Fehler lokalisiert haben", so ein MVV-Sprechr auf Nachfrage am Abend. "Wir müssen jetzt mit einer weiteren Grabung beginnen." 

Rund 5000 Haushalte seien betroffen, so der MVV-Sprecher. Auch die Ampeln in diesem Bereich der Innenstadt funktionierten wegen des Stromausfalls nicht. Nicht betroffen waren laut Mitarbeitern dieser Zeitung zahlreiche große öffentliche Einrichtungen wie der Rosengarten, wo am Samstagabend der Ball einer Tanzschule regulär lief, das Nationaltheater, die Kunsthalle, die großen Hotels, das Theresienkrankenhaus oder das Pflegeheim Pauline-Maier-Haus. Auch der Weihnachtsmarkt am Wasserturm lief ganz ohne Probleme weiter, am Ring und rund ums Collini-Center war ebenso alles hell.

Stattfinden konnte auch die beliebte Veranstaltung „Christuskirche im Kerzenschein“ - wo Strom zumindest für die Orgel und Mikrofone nötig ist, das Gotteshaus sonst von vielen Hundert Kerzen erhellt wird. „Es war ein kleines Adventsgeschenk, denn wir hatten ab 16.30 Uhr wieder Strom“, so Pfarrer Stefan Scholpp, „ein kleines Zeichen, dass Gott es gut mit uns meint“. Immerhin waren rund 600 Zuhörer gekommen. „Ohne Strom hätten wir es eben nur mit Flügel gemacht“, so Scholpp.

Christa Krieger aus der Tullastrasse, wo es erst am Sonntag wieder Strom gab, ging dann am Samstag in die Christuskirche und kochte für alle Hausbewohner Kaffee.

Dagegen lag die Renzstrasse im Dunklen. Hier fielen die Ampeln aus, an der Stadtbahnhaltestelle Theresienkrankenhaus waren zwar das Wartehäuschen und die Unterführung beleuchtet, die Fahrgastinfosysteme funktionierten indes nicht.

Der Bereitschaftsdienst der MVV war nach Angaben des Unternehmens seit dem Mittag vor Ort, um den Ausfall zu beheben. Hierzu seien Tiefbauarbeiten notwendig gewesen, hieß es. Deren Dauer könne nicht abgeschätzt werden. Eine Straße sei bereits an zwei Stellen aufgebaggert worden. 

Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr gab es bis zum späten Abend keine größeren Vorfälle durch den Stromausfall. Beamte würden an "neuralgischen Punkten" und größeren Kreuzungen den Verkehr beobachten und bei Bedarf regeln, so ein Polizeisprecher. Auf der Augustaanlage kam es laut Polizei am frühen Abend zu einem Unfall, der durch eine ausgefallene Ampel mitausgelöst worden war. Ein 56-Jähriger beachtete nicht das in diesem Fall geltende Vorfahrt-Gewähren-Zeichen und stieß mit dem Auto einer 75-Jährigen zusammen. Der Verursacher wurde leicht verletzt.

Die Behörden gaben am Nachmittag über die amtliche Warn-App NINA bekannt, dass Bürger aktuelle Informationen der MVV unter der Telefonnummer 0800/2901000 erhalten.