Mannheim

Fasnacht Feuerio hat die Gruppe Pop History des SWR zu Gast / Festliche Veranstaltung geht auf das Jahr 1906 zurück

Tanzen in schwarzer und weißer Abendgarderobe

Archivartikel

Es ist der glanzvollste Abend der Mannheimer Fasnacht: der „Weiße Ball“, auch „Ball am Hofe des Prinzen“ genannt, am Samstag, 18. Januar, 20.11 Uhr, im prachtvoll dekorierten Rosengarten, veranstaltet von Mannheims größter und ältester Karnevalsgesellschaft Feuerio. Stargäste in diesem Jahr sind die Musiker von Pop History.

Die Gruppe bildet das musikalische Fundament der Show „Hits & Storys“ des SWR1 Rheinland Pfalz, geht aber auch zu wenigen, ausgesuchten Auftritten auf Tournee. Dabei lädt sie zu einer „Zeitreise“ durch die Pop-Musik-Geschichte ein. Von Robbie Williams bis Elvis Presley, von Madonna bis ABBA präsentiert die Gruppe Rock- und Pop-Klassiker. „Es ist ein generationsübergreifendes Repertoire, das Musikfans begeistert“, verspricht Volker Dressler, der Vizepräsident des Feuerio. Zur Begrüßung der Gäste spielt im Foyer die mobile Band „Wörner-Cocktail“. Zur Balleröffnung gibt es waghalsige Akrobatik vom „Trio Bellissimo“ aus Kiew, bekannt vom „Palazzo“. Zum Tanz spielt die Big Band „Sound Express“ aus Bad Kreuznach und ab 1 Uhr dann im Foyer „Amokoma“.

Prinz noch geheim

Natürlich steht der neue Prinz im Mittelpunkt. Er wird an diesem Abend inthronisiert. Der Name des Regenten ist noch, wie immer, geheim, und wird erst am Montagabend vor dem Ball genannt.

In einem Punkt will der Feuerio auf die teils heftige Kritik von Ballbesuchern der Vorjahre, die lange auf Getränkebestellungen oder die Möglichkeit dazu warten mussten, reagieren. „Wir erarbeiten mit dem Dorint-Kongresshotel gerade ein Verzehrschein-Modell, um nach dem Eintreffen der knapp 1000 Ballbesucher eine zügige Versorgung mit Getränken an den Tischen zu gewährleisten“, kündigt Dressler an.

Initiiert von Carl Reiß

Der „Weiße Ball“ ist die Veranstaltung mit der längsten Tradition im Rosengarten, die noch Bestand hat. 1906 veranstaltete der Großherzogliche Geheime Rat Carl Reiß, nach dem Reiß-Insel und Reiß-Museum benannt wurden, den ersten „Weißen Ball“ im Rosengarten. Er holte sich als Partner dazu den bereits 1898 gegründeten Feuerio, schon damals nicht nur Karnevals-, sondern Gesellschaftsverein. Die Herren trugen schwarzen Frack, die Damen weiße Ball-Kleider. Schon seit dem Biedermeier sprach man deshalb vom „Schwarz-Weiß-Ball“. Bis zum Ersten Weltkrieg 1914 gab es den Ball, unabhängig von Fasnacht, alljährlich im Frühjahr mit Schirmherr Reiß.

Erst 1929 lebte der Ball wieder auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Pause lang. 1968 erfolgte die Wiederbelebung, initiiert von Oberbürgermeister Hans Reschke, Feuerio-Präsident Herrmann Fischer und dem Prinz jenes Jahres, Karl-Ludwig Schmeisser. Nun fand der Ball nicht im Frühjahr, sondern zu Beginn der Fasnacht und mit der Inthronisation des Prinzen als Höhepunkt statt. Inzwischen ist der Abend, zumal es den „Ball der Sterne“ nicht mehr gibt, eine der angesehensten gesellschaftlichen Veranstaltungen der Stadt.

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