Mannheim

Blindenwerk Regionalgruppe des katholischen Sehbehinderten- und Blindenwerkes Mannheim-Heidelberg feiert 50-jähriges Bestehen

Teilhabe am öffentlichen Leben für alle

Archivartikel

1969 ist die Regionalgruppe Mannheim-Heidelberg des katholischen Blinden- und Sehbehindertenwerkes gegründet worden. Feierlich wurde der Tag zum 50-jährigen Bestehen in der St. Antonius Gemeinde Rheinau begangen – mit einem Gottesdienst, Grußworten und einem Konzert der Musiker von „Salonissimo“ aus dem Nationaltheater.

Dazu gab es ein Mittagessen im Gemeindesaal. Bei Kaffee und Kuchen klang der Nachmittag gemütlich aus. Stadtdekan Karl Jung betonte in seiner Predigt, dass es ganz wichtig sei, sich für andere Menschen einzusetzen. „Die Teilhabe aller Menschen am Leben sicherzustellen, ist eine der Kernaufgaben der Kirche. Das zählt zum Herz der Kirche.“ Nur so lerne man, aufeinander zu achten. Viele Menschen würden einem Sehbehinderten- oder gar Blinden aus dem Weg gehen. Aber das sei der falsche Ansatz.

In der Kirche in Mannheim sei die Betreuung der Behinderten immer in der Jugendseelsorge angesiedelt gewesen. „Das spricht für eine gewisse Jugendlichkeit“, sagt Jung. Derzeit sei diese Stelle nicht besetzt. Pfarrer Lorenz Seiser habe zumindest vorübergehend die Betreuung übernommen. Trotz dunkler Wolken, die derzeit über die Kirche hinwegziehen, sei es wichtig, eine neue Achtsamkeit für Menschen mit Behinderungen zu haben. „Es ist unendlich wichtig, dass alle in der Gesellschaft dabei sein können und am öffentlichen Leben teilhaben können“, mahnte der Stadtdekan. Seit 50 Jahren leiste der Verband wertvolle Arbeit. „Man sieht nur mit dem Herzen gut“, so Jung.

Der Bruchsaler Dekan Lukas Glocker, feierte diesen Gottesdienst mit. Berührt waren die Gläubigen davon, dass die Lesung aus dem Buch Hosea in Blindenschrift vorgelesen wurde. Da hatte so mancher der Gläubigen sicher einmal genauer hingehört und war bewegt. „Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer“, heißt es darin.

Wertvolle Arbeit

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Chor der Antonius-Gemeinde. Für die Stadt überbrachten Gemeinderätin und Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Zimmer sowie CDU-Fraktionsvorsitzender Claudius Kranz die Glückwünsche. Ein buntes Programm aus Oper, Operette und leichter Muse aus ihrem riesigen Repertoire von mehr als 1200 Titeln servierten „Salonissimo“ anschließend im Gemeindesaal. Es sei ein Zeichen aus dem lebendigen Glauben heraus, für andere einzustehen, hatte der Stadtdekan den Gläubigen mit auf den Weg gegeben.