Mannheim

Telefon verbindet Redaktion

Auch in einem Medienhaus kann Kommunikation schwierig werden. In „normalen“ Zeiten stehen alle Türen offen – und die Fäden der täglichen Produktion laufen im Newsroom, dem Nachrichtenraum als Herz der Zeitung, zusammen. Doch wer sich in diesen Tagen in der Redaktion umschaut, sieht fast lauter leere Büros. Und selbst im Newsroom herrscht gähnende Leere. Der Großteil der Redaktion arbeitet von zu Hause aus.

Alle Absprachen laufen zurzeit über gemeinsame Telefon- oder Videokonferenzen. Das beginnt morgens um 10 Uhr, wenn sich die Blattmacher, die die Seiten für den kommenden Tag produzieren, mit den Chefredakteuren und Newsroom-Leitern zusammenschalten. Was gibt es Neues an der Corona-Front? Welchen Experten können wir zu welchem Themenkomplex noch fragen? Und, ganz wichtig: Gibt es irgendetwas in diesen tristen Zeiten, mit dem wir unsere Leserinnen und Leser überraschen oder sogar ein Lächeln ins Gesicht zaubern können? Im Anschluss daran schalten sich die Reporter zu und bekommen ihre Aufträge oder schlagen Themen vor, die sie gerne recherchieren würden.

Vieles wird von den Reportern zurzeit per Telefon zusammengetragen. Aber es gilt auch, nach draußen zu gehen, mit Menschen persönlich zu sprechen. Das ist auch in Corona-Zeiten wichtiger Bestandteil des Redakteursberufs. Neu dabei: Abstand zu halten. Sozusagen nahe dran an den Themen – und dennoch mit Distanz recherchieren.

Ab 17 Uhr schalten sich die Blattmacher und die beiden Newsroomleiter wieder via Telefon zusammen und besprechen den Inhalt, der inzwischen auf den Seiten steht. Wie auch sonst werden Überschriften begutachtet und noch mal über die Themengewichtung diskutiert. Dann übernimmt der Spätdienst. Bis mindestens 23 Uhr hat er nun die Themen im Blick – auch in der Corona-Krise. 

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