Mannheim

Das Wetter des Monats Der Oktober war deutlich zu warm, etwas trüb und sehr nass / Etwas freundlicheres Wochenende in Sicht

Tief Olaf bringt Mannheimern viel Regen

Die Sonne lässt sich zwar schon seit einigen Wochen nur noch zu kurzen und dafür um so heiß ersehnteren Gastspielen blicken. Doch trotz manchem Regenguss hat der Oktober den Mannheimern sogar einen Sommertag mit Temperaturspitzen von 25 Grad geschenkt, was so spät im Jahr eher selten ist. „Er war mehr als zwei Grad wärmer, als im Schnitt vom letzten Herbstmonat zu erwarten ist“, resümiert Andreas Pfaffenzeller, der im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die Daten für die Quadratestadt aufzeichnet. Damit landet der Oktober 2019 in puncto Wärme auf Platz sechs. Den wärmsten erlebten die Kurpfälzer 2001 mit einer Durchschnittstemperatur von knapp 14 Grad. Bis zum Wochenende wird es zwar etwas kühler, aber das Wetter könnte sich so weit beruhigt haben, dass wir uns auf weniger Schauer freuen dürfen.

Und manch einer mag darüber streiten, ob die Zahl 13 nun Glück bringt, oder nicht: Besagter Sommertag war jedenfalls an einem Sonntag dem 13. Und erst am 31. sank die Quecksilbersäule auf eisige Werte von -0,3 Grad samt dem daraus folgenden Frosttag.

Altweibersommer im Herbst

Doch selbst, wenn die Meteorologen von eigentlich sehr typischem Spätherbstwetter sprechen, so war der Oktober doch außergewöhnlich nass. Zum Auftakt transportierten die Tiefs Olaf und Peter bereits feuchte Luft an den Rhein. Sebastian, Thilo und Urban taten ein Übriges. Und so war der Oktober mit einem Monatsniederschlag von knapp 90 Liter sehr nass und belegt Platz sieben der nassesten Oktober seit Aufzeichnungsbeginn. Den regenreichsten Oktober erlebten die Mannheimer jedoch im Jahre 1982 mit rund 143 Litern Niederschlag.

Dementsprechend war der Oktober auch eher trüb. Er erreichte mit knapp 98 Sonnenstunden nur etwa 88 Prozent der Menge, die durchschnittlich zu erwarten war, liegt damit jedoch noch deutlich vor dem sonnenärmsten Oktober 1974 mit knapp 30 Sonnenstunden. Die meisten Sonnenstunden wurden am 14. Oktober mit zehn Stunden gemessen.

Hoch Majla und Nicola brachen gegen Ende des Monats sogar nochmals den Altweibersommer an Rhein und Neckar zurück. Bei etwas Sonne und wenig Wolken blieb es trocken. Die Tageshöchstwerte lagen zum Teil knapp unter sehr milden 20 Grad.

Das Finale war dann wieder eher frisch. Tief Yaroslav leitete ab dem 27. Oktober mit einer Kaltfront zuerst feuchte und dann trockene Polarluft vom Nordmeer ein. Dies war auch begleitet von einem Temperatursturz. Danach übernahm Hoch Oldenburgia die Regie. Es folgten trockene Tage mit zum Teil viel Sonnenschein. Die Temperaturhöchstwerte sanken rasch von anfangs milden 17 auf kühle zwölf bis zehn Grad. Das bescherte den Menschen in der Region Frühtau, der auf so mancher Autoscheibe im Odenwald auch schon etwas eisig war. Die Frühtemperaturen lagen bei acht bis knapp unter null Grad.

Und wie sind die Prognosen für die kommenden Tage? Da will sich Uwe Schickedanz, Diplommeteorologe und Leiter der Regionalstelle Stuttgart des DWD, noch nicht so ganz festlegen. „Wechselhaft“, räumt er ein: „Es wird ab Mittwoch kühler, und zweistellige Temperaturwerte sind eher selten.“ Dafür fällt weniger Regen, das heißt „markante Regenfälle“, wie er es nennt, seien nicht in Sicht: „Aber es könnte ziemlich neblig werden.“ Für den Wetterexperten alles kein Grund zum traurig sein: „Das ist halt jetzt so ein typischer Novembermix.“ Und er hat beim Blick in seine Berechnungen auch Tröstliches für unsere Region zu bieten: „Sonnige Kurzauftritte sind durchaus möglich.“ Was für hoffnungsvolle Aussichten.

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