Mannheim

Nachruf Ehemaliger Verkehrsdirektor gestorben

Trauer um Klaus Büscher

Archivartikel

Klaus Büscher ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Dass er bereits vor drei Wochen im engsten Kreis beigesetzt worden ist, gab die Familie erst jetzt bekannt. Seit dem Tod seiner Frau, der Malerin und Illustratorin Anita Büscher, 2012 lebte der einst so agile Macher und Manager zurückgezogen in Neustadt-Königsbach an der Weinstraße, wo er gern lange Waldspaziergänge unternahm.

In Mannheim wirkte der Diplom- Verwaltungswirt von 1956 bis 1986, zuletzt als Verkehrsdirektor. In dieser Zeit war er in vielen Ämtern aktiv – so als Präsident der Karnevals-Kommission und als Vorsitzender der von ihm gegründeten Städte-Arbeitsgemeinschaft Kurpfalz. Von 1982 bis 1985 hatte er die Zügel des Badischen Rennvereins Mannheim-Seckenheim in der Hand. Legendär ist, dass der Vereinspräsident als Nicht-Reiter an einem Promi-Schaurennen teilnahm. Für diesen Publikumsknüller, bei dem auch Peter Hofmann und Michael Grimminger starteten, hatte er zwei Wochen Unterricht genommen, um sich im Sattel zu halten – was ihm erstaunlich gut gelang. Seine Frau gestaltete damals mit Liebe zum Detail samt Mannheimer Kulisse ein Plakat, das lang für die Renntage warb.

„Zeichen der Solidarität“

Zur traumatischen Zäsur sollten in seinem Leben die von ihm organisierten Luftschiffertage werden. Was am 11. September 1982 morgens fröhlich und bunt auf dem Neuostheimer Flugplatz begann, endete mit einer Katastrophe: Bei einem internationalen Formationsspringen als Symbol der Freundschaft stürzte der US-Hubschrauber mit 46 Menschen an Bord, darunter 38 junge Fallschirmspringer aus der Region und den Partnerstädten Swansea und Toulon, vom Himmel. Später sollte sich herausstellen, dass Partikel von Nussschalen die Öldüsen der Maschine verstopft hatten. Einige Jahre nach dem Absturzunglück begann Klaus Büscher mit dem Fallschirmspringen – als „Zeichen der Solidarität“, wie er einmal sagte.

Als er 1986 Mannheim verließ, wirkte der Tourismusexperte in Stuttgart als Verkehrsdirektor, ehe er Geschäftsführer mehrerer Organisationen für Schlosshotels und Gastronomie wurde und außerdem Lehraufträge übernahm. Am Herzen lag ihm der „B&B“-(Eigen-)Verlag, der die Kalender und Kinderbücher seiner Frau herausbrachte.

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