Mannheim

Nachruf Einstiger Chefarzt leitete Klinikum-Orthopädie

Trauer um Mediziner Lutz Jani

Archivartikel

Im Alter von 84 Jahren ist er in Basel gestorben – Lutz Jani, der zwei Jahrzehnte an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) die Orthopädie geleitet hat und Lehrstuhlinhaber seines Faches war. „Wir sind stolz darauf, dass Lutz Jani einer der Unsrigen war“, würdigt Sergij Goerdt, Dekan der Medizinischen Fakultät Mannheim, dessen Leistungen als Mediziner, Wissenschaftler und als Standespolitiker, der sich vehement für das Zusammenführen von Orthopädie und Unfallchirurgie eingesetzt hat.

Der gebürtige Dresdner, der in München aufgewachsen ist und dort auch Medizin studierte und seine Facharztausbildung absolviert hat, machte im schweizerischen Basel bis zum stellvertretenden Uni-Klinikchef und Extraordinarius Karriere, ehe er dem Ruf nach Mannheim folgte. Als er 2000 in den Ruhestand ging, quoll bei seiner Abschiedsvorlesung der Hörsaal über: Jani sprach damals über vier Jahrzehnte Orthopädie. Und die hat er nicht nur erlebt, sondern fachlich mitgestaltet.

Im Lanz-Krankenhaus

Mehr als die Hälfte seiner Mannheimer Ära wirkte Jani in „alten Gemäuern“: Wegen Platznot war die ursprünglich im OP-Bunker untergebrachte Orthopädie 1972 vom Klinikareal am Neckarufer auf den Lindenhof in das leerstehende alte Lanz-Krankenhaus umgezogen. Bis 1994 sollte die „Übergangslösung“ dauern. So kam es, dass Jani intensiv an der planerischen Vorbereitung jenes Neubaus beteiligt war, in dessen Genuss er nur noch sechs Jahre kam. Auch wenn das einst ausgelagerte Orthopädie-Domizil baulich einen recht ramponierten Eindruck machte, so verschaffte der Chefarzt und Ordinarius „seiner“ Klinik gleichwohl bundesweit fachliche Anerkennung – wovon etwa der an ihn verliehene „Lexer -Preis“ für Wiederherstellungschirurgie kündet.

Für den renommierten Arzt war stets selbstverständlich, sich auch jenseits der Medizin zu engagieren – sowohl in der Fakultät (1984 bis 1986 Prodekan) sowie als gewählter Präsident von Fachgesellschaften. Auch nach seiner Pensionierung hielt er Kontakt zur UMM. Anlässlich seines 75. Geburtstages widmeten ihm Klinikum-Fachkollegen ein Symposium über Fortschritte in der Hüftgelenkschirurgie. 

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