Mannheim

Nachruf Ex-Prinz Gustav Kruse mit 97 Jahren gestorben

Trauer um „singenden Zahnarzt“

Archivartikel

„Die Welt ist groß und rund/Ich bin ein Vagabund“, das berühmte Lied aus einem Schlagerfilm der 1950er Jahre – er wird es nie wieder singen: Gustav Kruse, zuletzt der mit Abstand älteste lebende Mannheimer Stadtprinz, hat es über Jahrzehnte jedes Jahr dem jeweils neuen Regenten gewidmet. Bis 2013 stimmte er es stets beim „Prinzeneinzug“ an, wenn der Neuling im Dorint-Hotel in die edle Männerrunde aufgenommen wurden, und alle waren gerührt. Doch nun ist Kruse im Alter von 97 Jahren gestorben. Am Freitag um 9.30 Uhr wird er auf dem Rheinauer Friedhof zu Grabe getragen.

Grandseigneur alter Schule

1959 hatte er als Prinz des Feuerio mit dem Titel „Gustav II. von Zahntonien“ regiert. „Singender Zahnarzt“ wurde er bald genannt, weil der Rheinauer Mediziner stets dieses und andere Lieder auf den Lippen hatte. Bis ins hohe Alter besuchte er gerne Veranstaltungen des Feuerio. Alle Regenten aus den 1960er und viele aus den 1970er Jahren leben nicht mehr – aber Kruse blieb präsent, dabei stets eine elegante Erscheinung und ganz Grandseigneur alter Schule. Mit Sport hielt er sich fit, zuletzt noch mit Boule.

Im Sport engagierte Kruse sich auch. Neben dem Feuerio trauert daher die Tennisgesellschaft Rheinau, der er seit 1946 verbunden war, um ihr Ehrenmitglied. Zunächst ab 1950 als Vergnügungswart, von 1970 bis 1973 als Vorsitzender und schließlich als Ältestenrat blieb er dem Verein bis zuletzt eng verbunden. Nun müssen seine Vereinskameraden sowie seine Familie, darunter Ehefrau Sieglinde, drei Kinder, neun Enkel und elf Urenkel, Abschied nehmen. 

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