Mannheim

„Erkennen Sie Mannheim?“ – Auflösung Folge 162 Gesucht war diesmal das alte Eisstadion im Friedrichspark / Fans erinnern sich an Matches und Spieler

Trotz Kälte warm ums Herz geworden

Ein flacher Backstein-Bau inmitten einer parkähnlichen Anlage? „So leicht war die Verortung des Bildes nicht“, schreibt Klaus Hinkel zur Auflösung von Folge 162 unseres Rätsels, „das abgebildete Gebäude hat überhaupt nur dreieinhalb Jahre gestanden“. Das stimmt, denn kurze Zeit nachdem das alte Eisstadion im Friedrichspark 1939 nach knapp siebenmonatiger Bauzeit eingeweiht worden war, zerstörten es alliierte Bomben bei einem Luftangriff im Juli 1943. Etliche Rätselfreunde konnten die zugegebenermaßen etwas knifflige Frage doch beantworten, Jürgen Beres etwa, dem unser kleiner Tipp, sich doch nicht aufs „Glatteis“ führen zu lassen, gerade recht kam: „Es war ein guter Hinweis, um das Foto zuzuordnen.“ Die Geschichten unserer Leser zu diesem denkwürdigen Ort handeln – wie nicht anders zu erwarten – von spannenden Spielen, von knallharten Eishockey-Cracks, von Konstruktionen aus Styropor und Leitern, es geht um große und kleine Fans, um herzerwärmende Erlebnisse in der Kälte – und um die Liebe.

Klaus Hinkel merkte richtigerweise an, dass sich überhaupt nur Menschen, die mehr als 85 Jahre alt sind, an das Gebäude so, wie auf dem Foto abgebildet, erinnern könnten. Recht hat er – Joachim Meders Vater ist 101 Jahre alt, „er hat mir dabei helfen können“, schreibt er und stellt fest: „Diesmal war es sehr schwer.“ Edwin Darmstädter sieht das anders: „Das ist wohl ein Heimspiel für mich. Dort habe ich beim Schulsport Schlittschuhlaufen gelernt und mein Herz ans Eishockey verloren.“ Seit 1966 verfolgt er Spiele des MERC und der Adler, „auch mit Fans gibt es durch die Jahre sehr viele Freundschaften. Seit 2001 leite ich auch einen Adler-Fanclub, die Happy Eagles and Friends – Eishockey ist halt mein Leben“.

Mit Isolierband geflickte Schläger

Manfred Hexamer geht es ähnlich: „Schon in den 1950er Jahren waren ich, meine Mitschüler und Freunde vom Eishockey infiziert, wir besuchten schon als Jugendliche fast alle Spiele des MERC.“ Dabei lauerten die Jungs stets darauf, kaputte und ausrangierte Schläger zu ergattern, die dann – mit Isolierband zusammengeflickt – beim Straßenhockey mit Tennisbällen Verwendung fanden. Höhepunkte im Stadion waren für Hexamer immer Begegnungen mit Bad Tölz, dem EV Füssen oder dem SC Riessersee, und auch an Spieler wie Wargenau, Schneiders, Lorenz („Batschek“) oder Konecki erinnert er sich noch genau. „Zwei meiner Schulfreunde . . . wohnten auch in meiner Nähe: Jürgen Steckmeier und Peter Jung spielten noch mit diesen Assen zusammen im Team.“ Sie würde er gerne wiedersehen – „nach fast 60 Jahren“.

Pause wegen Nebel

Elisabeth Hinkels Familie ist seit vielen Jahren ebenfalls „Eishockey-affin“, wie sie schreibt. Als ihr Sohn noch jünger war, hat ihn die Mama des Öfteren in den Friedrichspark begleitet. Weil der Junge noch zu klein war, um die Spiele richtig verfolgen zu können, haben sich die Hinkels etwas einfallen lassen: „Erst vor wenigen Tagen habe ich ein Styropor-Konstrukt entsorgt, auf dem mein Sohn während des Spiels gestanden hat, um sich eine bessere Sicht auf das Geschehen auf dem Eis zu sichern.“

Auch Paul Brauns Sohn ist ein Adler-Fan. „Er wohnt in Freiburg und ist mal zu einem der letzten Spiele mit den Freiburger Fans im Adler-Dress mit dem Bus zum Friedrichspark gefahren. Der Busfahrer kannte den Weg nicht“, und so betätigte sich der Sohn als Navigationshilfe. Paul Braun selbst erinnert sich nur an ein Spiel im offenen und daher stets witterungsanfälligen Stadion: Da war „alle Viertelstunde Unterbrechung wegen Vernebelung“.

Jürgen Beres wurde es im alten Friedrichspark trotz Kälte warm ums Herz: Er hat hier vor über 50 Jahren seine Frau kennengelernt, „Hand in Hand, beim Schlittschuhlaufen.“

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