Mannheim

Corona Abgeordneter Fulst-Blei für Maskenpflicht an Schulen

Umdenken gefordert

Archivartikel

Mannheim.Der Mannheimer Landtagsabgeordnete und Bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Fulst-Blei, spricht sich für eine Maskenpflicht an Schulen aus. „Wir müssen auf die neuen Zahlen reagieren und den Schulleitungen die Möglichkeit geben, Maskenpflicht an ihren Schulen anzuordnen“, fordert er als Reaktion auf die neuen Corona-Fälle an mehreren Mannheimer Schulen. Diese Möglichkeit solle auch den Grundschulen eingeräumt werden. Dort gilt keine Maskenpflicht, jedoch empfehlen die meisten Grundschulen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf sogenannten Begegnungsflächen wie Fluren, Toiletten und Aula. An weiterführenden Schulen muss auf den Begegnungsflächen eine Maske getragen werden. Innerhalb der Unterrichtsräume besteht laut aktueller Corona-Verordnung ausdrücklich keine Maskenpflicht.

„Würde vor Weitergabe schützen“

„Wir halten uns natürlich an die Vorgaben, aber mit 28 Kindern, der Lehrerin und vielleicht noch I-Kräften (Inklusionsbegleitung, Anm. der Redaktion) sind die Räume ausgefüllt“, sagt Martina Schmidt, Leiterin der Vogelstang-Grundschule. Sie glaubt, dass eine Maskenpflicht einen zusätzlichen Schutz bieten würde: „Wir haben an unserer Schule 450 Kinder und ein Team aus Lehrkräften und Erzieherinnen von insgesamt rund 80 Erwachsenen. Ich bin keine Medizinerin, aber wir haben eine Pandemie und sind alle daran interessiert, das Infektionsgeschehen möglichst gering zu halten.“ Gerade in der kalten Jahreszeit könnten die Fenster nicht ständig geöffnet bleiben. „Die Masken schützen zwar nicht besonders vor einer Ansteckung, aber immerhin vor einer Weitergabe des Virus“, so Schmidt, „wenn alle eine tragen würden, wäre das zumindest in der Zeit, in der die Fenster geschlossen sind, aus meiner Sicht sinnvoll.“

„Alle Beteiligten hätten gerne eine Maskenpflicht an den Schulen verhindert. Wir müssen uns aber vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung fragen, ob dies noch so aufrecht zu erhalten ist“, sagt Fulst-Blei. Die Entscheidung darüber solle die Schule selbst treffen können, durch die Schulleitung oder durch einen Beschluss der Schulkonferenz. „Ich fordere auch die Kultusministerin auf, ihre Blockadehaltung an dieser Stelle aufzugeben“, so Fulst-Blei. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte im Bildungsausschuss des Landtages auf einen entsprechenden Vorstoß der SPD noch ablehnend reagiert. Gegenüber dem SWR hat das Kultusministerium am Donnerstag bestätigt, dass sich im Land 304 Klassen in Quarantäne befinden.

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