Mannheim

Gesundheit Morgen ist Welt-Hepatitis-Tag

Unerkannte Infektion

Archivartikel

„Findet die fehlenden Millionen!“ Dieses Motto hat sich der morgige Welt-Hepatitis-Tag nicht von ungefähr gegeben: Viele Menschen wissen überhaupt nicht, dass sie einen für die Leber tückischen Virus in sich tragen. Oftmals wird die Infektion eher zufällig entdeckt – bei einer Untersuchung, die beim Blutspenden verpflichtend ist.

Harald Klüter, Transfusionsmediziner an der Universitätsmedizin Mannheim und 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, weist darauf hin, dass bei jeder Blutspende eine Probe entnommen und im Labor unter anderem auf die Hepatitis-Viren A, B und C untersucht wird. Das summiere sich jährlich auf über fünf Millionen Analysen bei über zwei Millionen Menschen. Klüter: „Damit bieten die deutschen Transfusionsmediziner das landesweit größte vorbeugende Untersuchungsprogramm für diese Infektionserkrankungen an.“

Tipps für den Urlaub

Unerkannt und damit auch unbehandelt können die Infektionen im Laufe der Jahre massive Gewebeveränderungen der Leber, nämlich eine Zirrhose, auslösen und obendrein zu Krebs führen. In der Pressemitteilung zu dem Aufklärungstag heißt es: „Hepatitis B ist durch Medikamente kontrollierbar und Hepatitis C durch neue, seit etwa zehn Jahren zur Verfügung stehende Medikamente fast immer heilbar.“

Und wer in Ländern mit geringem Hygienestandard sowie verunreinigtem Wasser Urlaub macht, der kann sich mit einer Impfung vor einer Infektion mit Viren vom Typ A schützen. Obendrein gilt die alte Nahrungsmittel-Regel: Erhitzen, schälen – oder weglassen. wam