Mannheim

Aktion An zwei Terminen lädt der „Mannheimer Morgen“ kritische Leser zu einem Tag in der Redaktion ein

„Unglaublich, wie Sie ins Detail gehen“

Archivartikel

Den direkten Kontakt, positive und negative Rückmeldung von Lesern dieser Zeitung – das will die Chefredaktion, wenn sie „kritische Leser“ zu einem Tag in die Redaktion einlädt. Auch in diesem Jahr kommen wieder zehn Leser an zwei Terminen in die Mannheimer Dudenstraße, um den Redakteuren bei ihrer Arbeit über die Schulter zu blicken. Sie erfahren, dass die Blattmacher gegen 9 Uhr ihren Dienst beginnen – die Online-Redaktion hat um 6.30 Uhr die Arbeit aufgenommen – und der Spätdienst bis 23 Uhr im Haus ist.

Die Leser beteiligen sich auch aktiv und geben Anregungen, welche Themen sie stärker gewichten würden, als andere. Im März sind Claudia Schwabe, Joachim König, Maximilian Alpers und Britta Gedanitz zu Besuch. Sie erfahren unter anderem, woher die Nachrichten aus aller Welt kommen. Oder wer die wichtigsten Informanten für den Reporter sind. „Den ,MM’ lese ich, seit ich Kind bin“, erinnert sich die 71-jährige Claudia Schwabe. Selbst im Urlaub verfolge sie die Nachrichten aus Mannheim über das „morgenweb“. Dirk Lübke, Chefredakteur dieser Zeitung, freut sich über die treuen Leser. „Wir machen mit solchen Besuchen unsere Arbeit als Lokalzeitungsmacher transparent.“ Das sei gerade in Zeiten des Populismus wichtiger denn je. Auch Maximilian Alpers greift die Debatte um journalistische Qualität auf: „Die wichtigste Aufgabe von Zeitung ist es, ehrlich zu berichten“, sagt der 67-Jährige, der gebürtig aus Braunschweig kommt, aber schon seit Jahrzehnten in der Metropolregion lebt. Der gelernte Drogist vertraut dabei der Kompetenz regionaler Tageszeitungen.

Im Oktober haben Franz Baumüller, Horst Schätzle, Sonja Kuhnert, Werner Bertleff, Wolfgang Lutz und Eckhard Junghahn die Gelegenheit, die Abläufe in der Redaktion kennenzulernen und mit den beiden „MM“-Chefredakteuren Dirk Lübke und Karsten Kammholz zu sprechen. Schon in der Morgenkonferenz, bei der sich alle Blattmacher im Newsroom – dem Herz der Redaktion – treffen und die Themen vorstellen, wird den Lesern klar, was für ein Pensum die Redaktion Tag für Tag zu bewältigen hat. „Ich bin beeindruckt“, meint Leser Wolfgang Lutz. „Unglaublich, wie Sie ins Detail gehen“, stellt Franz Baumüller beim Feilschen um die beste Überschrift am Abend fest. „Das war informativ und kurzweilig“, zieht Sonja Kuhnert Bilanz. Und Lutz fügt hinzu: „Jetzt betrachtet man die Zeitung mit ganz anderen Augen.“

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