Mannheim

Gastrednerin Daniela Schwarzer spricht über Europa

Union muss neue Stärke finden

Archivartikel

Ihre Analyse ist unerfreullich, ihre Prognose düster: Daniela Schwarzer, Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, hielt die Gastrede beim Neujahrsempfang. Das Bild, das sie vom Zustand der Europäischen Union (EU) zeichnete, ist „kein fröhliches“. Das Erstarken antieuropäischer Kräfte, Bedrohungen von Außen und die sich abzeichnende Abkehr des engsten Verbündeten, der USA, sind die Aussichten für die nähere Zukunft, die ihre Auswirkungen ganz unmittelbar auch auf die Wirtschaft der Metropolregion haben könnten, so Schwarzer.

Mit Blick auf die neu eingerichtete Zugverbindung aus der Region ins Reich der Mitte machte Schwarzer auf schwerwiegende Folgen aufmerksam, die sich auch für Unternehmen in der Region ergeben könnten: „Was, wenn sich möglicherweise der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter verschärft?“ Für die EU bedeute dies, eine neue, eigene Stärke zu finden und die Institutionen der Europäischen Union zu kräftigen. Der Binnenmarkt der EU sei der wichtigste Bezugsrahmen der deutschen Wirtschaft und müsse weiter gestärkt werden. Zugleich dürfe Europa nicht als Raum verstanden werden, der den Bürgern weniger Sicherheit bietet. Angesichts von Bedrohungen wie Terror und Kriminalität müssten Außengrenzen und rechtliche Rahmen weiter gestärkt werden, ohne die Personenfreizügigkeit einzuschränken: „Wir brauchen mehr Sicherheit in Europa“, sagte sie.

Wahlaufruf für den 26. Mai

Die Tatsache, dass gerade bei jungen Menschen die Zufriedenheit mit der EU und das Vertrauen in die Institutionen wie Binnenmarkt und gemeinsame Währung groß sei, verband Schwarzer mit einem Aufruf, am 26. Mai bei den Europawahlen seine Stimme abzugeben. lang

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