Mannheim

Hochschulpolitik Rektor Ernst-Ludwig von Thadden zieht zufrieden Bilanz / Nachfolger Thomas Puhl will weitere Öffnung zur Stadt

Universität wird immer internationaler

Archivartikel

Die Universität will sich noch internationaler ausrichten und stärker auf die Digitalisierung reagieren. Das nannte Rektor Ernst-Ludwig von Thadden als Kernpunkte des neuen Struktur- und Entwicklungsplans der Schlosshochschule für die nächsten fünf Jahre, den sie in den vergangenen sechs Monaten erarbeitet hat. Im Oktober soll er dem Stuttgarter Wissenschaftsministerium vorgelegt werden.

„Wir haben schon eine ganze Menge erreicht“, blickte von Thadden anlässlich des Schlossfests zufrieden auf die „gute, sehr dynamische Entwicklung“ der Hochschule zurück. Von den rund 12 000 Studenten kämen mit steigender Tendenz bereits über 1000 aus dem Ausland, die meisten aus China.

Zwei neue Institute

Zudem sei es gelungen, in Mannheim zwei neue Forschungsinstitute anzusiedeln. So wechselte der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Stefan Reichelstein von der Stanford University nach Mannheim, um sich mit den privat- und gesamtwirtschaftlichen Kosten der Energiewende zu beschäftigen. Ein weiteres neues Institut befasst sich mit den Folgen der Migration. Nach dem Neubau des Forschungsgebäudes in B 6 entstehe dort nun noch ein Studentenwohnheim sowie ein Neubau für das GESIS-Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften. „In vier Jahren wird das Quadrat komplett universitär genutzt und eines der schönsten Quadrate in der Innenstadt sein“, sagte von Thadden voraus.

Für ihn war es das letzte Schlossfest als Rektor; Anfang Oktober gibt er sein Amt turnusgemäß ab. Nach einer Kampfabstimmung war im Dezember 2017 Thomas Puhl zu seinem Nachfolger gewählt worden (wir berichteten). „Da hat die Universität ihre Diskussionsfähigkeit und ihre gemeinsame Basis eindrucksvoll unter Beweis gestellt“, kommentierte von Thadden die vorausgegangenen internen Kontroversen. Als sein Nachfolger präsentierte sich auf sympathische Weise der bisherige Prorektor Thomas Puhl. Er versprach ausdrücklich, dass ihm „eine enge Bindung an die Stadt“ und eine Öffnung der Universität zur Stadtgesellschaft weiter sehr wichtig ist.

„Hoffe, dass sie Wurzeln schlagen“

Das begrüßte Kulturbürgermeister Michael Grötsch. Er betonte die „unheimliche Verbundenheit“ zwischen Stadt und Universität. Die Stadt bemühe sich, für Studenten gute Rahmenbedingungen zu schaffen. „Sie sollen nicht nur einen angenehmen Aufenthalt zum Lernen haben, sondern auch nach dem Abschluss in Mannheim bleiben“, wünschte sich Grötsch. „Wir hoffen, dass Sie hier Wuzeln schlagen“, wandte er sich an die Studenten, verwies auf den Fachkräftebedarf der Wirtschaft und die guten Chancen, hier ein Unternehmen zu gründen. Zugleich gratulierte er den Erstsemestern, die einen Platz in Mannheim bekommen haben: „Es ist eine der schönsten Universitäten mit dem schönsten Campus“.

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