Mannheim

Medizin Beratung zu Schlaganfall-Risiko auf Kapuzinerplanken

Untersuchung im Doppeldeckerbus

Archivartikel

Ein roter Londoner Doppeldeckerbus ist am Samstag, 2. Juni, von 10 bis 16 Uhr zu Besuch auf den Mannheimer Kapuzinerplanken vor O 6: In dem historischen Bus informieren Mediziner und Pflegekräfte der Neurologischen und Kardiologischen Kliniken der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) über Risikofaktoren, Symptome und die Behandlung von Schlaganfällen.

Mit zehn Kreuzen auf einem einfachen Fragebogen können die Besucher des Schlaganfall-Busses ihr individuelles Risiko für einen Schlaganfall testen. Weil dabei auch Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie der Blutdruck eine Rolle spielen, bieten die Gesundheitsexperten die entsprechenden Messungen gleich vor Ort kostenfrei an. Ein spezielles Messgerät kann darüber hinaus Herzrhythmusstörungen erkennen, die häufig Ursache für einen Schlaganfall sind.

Neurologen vor Ort dabei

Die Ergebnisse des Risiko-Tests können im Anschluss mit einem Neurologen besprochen werden, der auch Tipps zur individuellen Vorbeugung gibt. Über eine Viertelmillion Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Schlaganfall. Viele Betroffene sterben oder behalten bleibende Beeinträchtigungen zurück. Dabei gilt: Je früher die Behandlung in einer geeigneten Klinik beginnt, desto geringer können die Folgen des Schlaganfalls sein. Daher ist es wichtig, die typischen Symptome schnell zu erkennen, schreibt die UMM in einer Mitteilung: Plötzliche, meist schmerzlose Lähmungserscheinungen, Sprach- bzw. Sehstörungen oder Taubheitsgefühle weisen auf einen möglichen Schlaganfall hin. Dann sollte sofort der Rettungsdienst unter der 112 alarmiert werden.

Das Universitätsklinikum Mannheim betreibt eine zertifizierte „Überregionale Comprehensive Stroke Unit“. Die Zertifizierung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe bestätigt erstklassige Qualitätsstandards in Diagnostik, Therapie und Frührehabilitation. Über 1000 Schlaganfallpatienten pro Jahr versorgen die Neurologen, Neurochirurgen, Kardiologen und Neuroradiologen der UMM jedes Jahr in der spezialisierten Schlaganfall-Station.

Medikamente können helfen

Jeder Dritte wird dabei mit einer so genannten Thrombolyse behandelt, bei der das Blutgerinnsel im Gehirn mit einem Medikament aufgelöst wird. Bei rund jedem Zehnten kann das Gerinnsel nur mit einem durch die Blutgefäße vorgeschobenen Katheter aus der blockierten Arterie entfernt werden. Diese so genannte Thrombektomie kommt vor allem zum Einsatz, wenn große Blutgefäße betroffen sind, was zu besonders folgenschweren Schlaganfällen führen kann. red