Mannheim

Keller vollgelaufen, Bäume auf A 6

Unwetter im Südwesten halten Feuerwehr in Atem

Mannheim.Das heftige Unwetter am Montagnachmittag hat vor allem im Norden von Mannheim für größere Schäden gesorgt. Wie die Feuerwehr mitteilte, waren im Bereich Schönau, Käfertal und Waldhof mehr als 50 Keller mit Wasser vollgelaufen. Auf der A 6 waren Bäume auf die Fahrbahn gestürzt, es kam zu Verkehrsbehinderungen. 

Sämtliche verfügbaren Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren waren am Nachmittag und Abend im Einsatz. Laut Polizei waren einige Straßen im Stadtgebiet durch herabgefallene Äste und hochgedrückte Gullys blockiert. Es habe aber keine Verletzten gegeben.

Nach knapp zwei Stunden hatte sich die Lage wieder beruhigt. Der Großteil der Einsatzkräfte sei wieder zurück in den Wachen, berichtete ein Sprecher der Feuerwehr gegen 20 Uhr.

In Ludwigshafen hatte die Feuerwehr mit etwa 15 vollgelaufenen Kellern zu tun, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. Außerdem gab es weitere Sturmschäden. Weil parallel auch noch zwei Einsätze wegen Gasgeruchs, eine Alarmierung durch eine automatische Brandmeldeanlage, eine Tierrettung und eine Unterstützung des Rettungsdienstes bei einer Personenrettung aus einem Wohnhaus dazukamen, waren neben der Berufsfeuerwehr auch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren Oppau, Stadtmitte und Ruchheim im Einsatz. 

Im östlichen Rhein-Neckar-Kreis, der bereits am Sonntag von einem Unwetter betroffen war, gab es am Montag ebenfalls vollgelaufene Keller, herabgestürzte Äste und Verkehrsbehinderungen. "Schwerpunkt war hier erneut der Bereich um Meckesheim und Mauer", so ein Polizeisprecher auf Nachfrage.

In und um Weinheim liefen am Montagabend nach Polizeiangaben Keller voll Wasser. Es habe kleine Erdrutsche gegeben, Äste seien auf Fahrbahnen gefallen, Geröll von einem Hang gerutscht. Bei Malsch (Kreis Karlsruhe) rückte die Feuerwehr nach Starkregen etwa 20 Mal aus.

Auch Rheinland-Pfalz und Südhessen betroffen

Sintflutartige Regenfälle haben auch in Rheinland-Pfalz erneut zahlreiche Keller vollaufen lassen und für Verkehrsprobleme gesorgt. Besonders betroffen war nach ersten Angaben der Polizei die Pfalz, aber auch Teile Rheinhessens. 

Auf der Autobahn Kaiserslautern-Mannheim (A6) stand nach Angaben eines Polizeisprechers ein großer Abschnitt unter Wasser. Vor einem abschüssigen Stück hätten die Autos in der Baustelle gehalten, weil die Fahrer sich nicht getraut hätten, wegen des herablaufenden Wassers weiterzufahren. Da das Wasser auch von den Feldern auf die Autobahn gelaufen sei und Erde mitgenommen habe, habe man wegen der braunen Farbe die Fahrbahn nicht mehr erkennen können. Überschwemmte Keller wurden nach Angaben einer Polizeisprecherin auch im Bereich Kirchheimbolanden und Worms gemeldet.

Bei der Polizei in Kaiserslautern gingen nach Angaben eines Sprechers am Nachmittag etwa 150 Anrufe aus Stadt und Landkreis ein. Die Menschen hätten überwiegend vollgelaufene Keller, angehobene Gullydeckel und überschwemmte Straßen gemeldet, sagte ein Polizeisprecher. "Das Notruftelefon hat nicht stillgestanden." In Osthofen (Kreis Alzey-Worms) setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Hauses in Brand. Die Eigentümerin wurde leicht verletzt. Das Feuer wurde nach Angaben einer Polizeisprecherin gelöscht.

Auch in Südhessen liefen stellenweise zahlreiche Keller voll. Besonders betroffen war ersten Erkenntnissen zufolge der Kreis Bergstraße und dort der Ort Bürstadt. In Bürstadt und den beiden Stadtteilen Bobstadt und Riedrode habe es bislang 120 Einsätze gegeben, berichtete Stadtbrandinspektor Uwe Schwara am Abend.

Er berichtete von Kellerwohnungen, die 60 bis 80 Zentimeter hoch unter Wasser standen, von Industriegebäuden, in die Wasser eingedrungen sei, und von überschwemmten Kellern. "Das wird noch ein bisschen dauern", sagte er. Unterstützung kam vom THW Bensheim sowie von der Feuerwehr Bensheim. Insgesamt seien etwa 85 Mann im Einsatz.

Bei der Polizei in Heppenheim sagte ein Sprecher, es habe im gesamten Kreis Bergstraße Probleme gegeben. Die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk rückten am Abend zu rund 300 Einsätzen in den Kommunen des Landkreises aus, wie der Kreisausschuss mitteilte.

Ein Mitarbeiter der zentralen Koordinierungsstelle für alle Feuerwehren im Kreis sagte, das gesamte hessische Ried sei betroffen. Ein Sprecher der Polizeistation Lampertheim-Viernheim sagte, in Heppenheim sei die Personenunterführung am Bahnhof vollgelaufen, in Viernheim sei ein Baum auf ein Auto gestürzt. Auch in Biblis habe es volle Keller gegeben.

Die Feuerwehr Bensheim rückte nach Angaben eines Sprechers mit elf Fahrzeugen und 50 Mann in Richtung Bürstadt aus, um dort zu helfen. In Bensheim hatte der Blitz nach seinen Angaben in ein Haus eingeschlagen. Er habe aber nur Dachbalken und Ziegel verschoben, einen Brand habe es nicht gegeben. Außerdem seien in Bensheim ein paar Keller vollgelaufen.