Mannheim

Urteil im Dorint-Prozess: Zwei Jahre Haft auf Bewährung

Mannheim.Im Dorint-Fall wurde heute das Urteil verkündet: wegen Körperverletzung mit Todesfolge hat das Landgericht Mannheim den 30-jährigen Täter zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der Mannheimer hatte 2015 nach einem zufälligen Rempler mit einem 68-Jährigen vor dem Dorint-Hotel am Wasserturm sein Handy fallen gelassen. Darüber war er so verärgert, dass er dem Älteren einen starken Faustschlag ins Gesicht versetzte, worauf dieser zu Boden ging.

Die Liste der erlittenen Verletzungen bei Aufnahme des Seniors in der Uniklinik Mannheim war lang. Gehirnblutung, ein von gesprungenen Brillengläsern zerrissener linker Augapfel, gebrochene Kieferhöhle, Jochbogenbruch, Brüche der Mittelgesichtsknochen und der Rippen. Nach Auffassung des Gerichts handelte der Angreifer mit "bedingtem Vorsatz". Demnach hätte er mit den schwerwiegenden Folgen seines Handelns rechnen müssen.

Gestorben ist der alleinstehende frühere Buchhalter schließlich sechs Wochen nach dem Vorfall an einer Lungenentzündung. Zuvor war er ins Koma gefallen.

Der Angeklagte hatte davon erst ein Jahr später durch die Sendung „Aktenzeichen XY“ erfahren und sich der Polizei gestellt. Das wirkte sich nach Angaben des Gerichts positiv auf das Urteil aus. Außerdem habe die juristische Aufarbeitung zu lange gedauert, wie der Vorsitzende Richter sagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl der Verteidiger des Angeklagten als auch die Anwältin der Nebenkläger sagten, sie wollten auf Rechtsmittel verzichten. Der zuständige Oberstaatsanwalt behielt sich die Entscheidung vor. (Az: 1 Ks 402 Js 31918/16) (ros/dpa)

 

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