Mannheim

Vater in brennender Wohnung zurückgelassen - Anklage wegen versuchtem Totschlag gegen 27-Jährige

Mannheim.Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat gegen eine Frau Anklage wegen Verdachts des versuchten Totschlags durch Unterlassen erhoben. Die 27-Jährige soll bei einem Brand im Dezember 2017 ihren, im Rollstuhl sitzenden Vater in der gemeinsamen Wohnung zurückgelassen und damit in Kauf genommen haben, dass dieser es aufgrund seiner körperlichen Behinderung möglicherweise nicht aus dem Gebäude schaffen und sterben würde.

Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, bewohnten die 27-Jährige und ihr 70-jähriger Vater gemeinsam eine Wohnung in Mannheim. Die Frau hatte die Pflege ihres wegen eines Schlaganfalls auf einen Rollstuhl angewiesenen Vaters übernommen. Am 21.Dezember 2017 brach ein Feuer auf dem Balkon der Wohnung aus, dass die Angeschuldigte und ihr Vater erfolglos versuchten zu löschen.

Die Angeschuldigte soll das Gebäude verlassen haben, ohne – wie von einer Zeugin aufgefordert – dem im Rollstuhl sitzenden Vater zu helfen. Trotz erneuter Aufforderung durch die Zeugin, ihr dabei zu helfen, den Geschädigten aus dem Gebäude zu bringen, soll die 27-Jährige nicht reagiert haben. Die Zeugin trug daher den Geschädigten allein aus dem stark verrauchten Gebäude, der ohne das Eingreifen der Zeugin wohl gestorben wäre. Der 70-Jährige erlitt durch die eingeatmeten Rauchgase ein Lungenemphysem.

Die 27-Jährige hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft zur Sache wechselhaft eingelassen und bestreitet den Tatvorwurf im Wesentlichen.

Ein Hauptverhandlungstermin am Landgericht Mannheim ist bislang nicht bekannt.