Mannheim

„Schüler experimentieren“ Mannheimer Schulen holen drei erste Preise beim Landeswettbewerb / Geschwister-Scholl- und Ludwig-Frank-Gymnasium vertreten

Vegane Lippenstifte treffen Geschmack der Jury

Archivartikel

Drei von sieben ersten Preisen gehen beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ nach Mannheim. Über jeweils 150 Euro freuen sich zwei Gruppen des Geschwister-Scholl- (GSG) und eine Gruppe des Ludwig-Frank-Gymnasiums (LFG). Das GSG war in Balingen mit vier, das LFG mit zwei Projekten an den Start gegangen.

Ausgesprochen gut kamen bei der Jury die Lippenstifte an, mit denen Finja Binder (12) und Annabelle Klein (13) vom GSG in der Sparte Chemie antraten. Finja hat eine Nuss-Allergie. Als sie einen Lippenstift kaufen wollte, stellte sie fest, dass er nicht nur Kokosöl, sondern auch jede Menge bedenkliche und zum Teil giftige Inhaltsstoffe enthält. Gemeinsam mit Annabelle entwickelte sie deshalb Lippenstifte mit fast komplett biologischen und unbedenklichen Zutaten. „Wir untersuchten unter anderem, was am stärksten färbt und produzierten Stifte mit Paprika, Karotten, Himbeeren und Rosenblättern“, erzählt Annabelle. Finja berichtet, dass im Sortiment „ein veganer und mehrere nussfreie Stifte“ sind. Damit konnten sie die Jury überzeugen, die ihnen den ersten Platz zuerkannte.

Ebenfalls an der Spitze standen am Ende Katharina Kupfer (14) und und Anastasia Kovalenko (14) vom GSG im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften. Wie kann man an der Helligkeit von Sternen ablesen, ob sie Planeten besitzen? Diese Frage stellten sich die beiden Schülerinnen. „Dazu bauten wir ein Modell mit LED-Lampe als Stern und einem Planeten aus Knete“, so Katharina. Anastasia geht auf ihre Motivation ein: „Wir wollten anderen Schülern veranschaulichen, wie Astronomen vorgehen.“

Was tun bei Regengüssen?

Mit einem ganz und gar irdischen Thema haben sich dagegen in der Sparte Physik Jannis Weisbrodt (12), Nick Heath (11) und Aylin Ustaalioglu (11) vom LFG beschäftigt. Sie wollten herausfinden, „wie man möglichst trocken durch den Regen kommt“. Auf dem Weg zur Schule wurden sie nass. „An diesem Tag war ,Jugend-forscht’-AG, und wir hatten noch kein Thema“, sagt Jannis. Aber dank des schlechten Wetters änderte sich das. Sie fragten sich: Wird man weniger nass, wenn man langsam oder schnell durch den Regen fährt? Dazu bauten sie ein kleines Modell (aus Lego) und ein großes, das sie mit Windmaschine und Wasser testeten. Dazu wogen sie Schwämme vor und nach der „Dusche“. Fazit: Je schneller die Person, desto weniger wird sie nass. Mit ihren Erkenntnissen kamen sie auf den ersten Platz.

Platz zwei ging bei Mathematik/Informatik an Julian Frank (11), Silas Pickford (11) und Julian Helas (12) vom GSG. Als Lohn für ihren Ostereier-Bemalroboter bekamen sie 100 Euro. Laurin Seiler (13), Luis Koch (11) und Kilian Seiler (11) vom LFG erhielten 75 Euro für Platz drei in der Arbeitswelt. Sie hatten untersucht, wie sehr Hemden aus Baumwolle, Polyester oder Mischgewebe für Sportler geeignet sind.

Sophia Hermann (11) und Luna Blondel (11) vom GSG freuen sich in der Sparte Biologie über einen Sonderpreis, verbunden mit einem Tageseintritt in den Freizeitpark Tripsdrill. Sie haben untersucht, ob sich die Entwicklung von Mehlkäfern durch Temperatur und Licht beeinflussen lässt. Der Landeswettbewerb ist bei „Schüler experimentieren“ die Endrunde – während es bei „Jugend forscht“ ein Bundesfinale gibt.