Mannheim

Darmstadt Mannheimer Jurist überweist im Betrugsprozess vor dem Amtsgericht nach Antrag der Staatsanwaltschaft 6000 Euro

Verfahren gegen Anwalt mit Geldauflage eingestellt

Schnell, unspektakulär – und ziemlich überraschend – ist der Prozess gegen einen Mannheimer Rechtsanwalt am Amtsgericht in Darmstadt bereits am zweiten Verhandlungstag zu Ende gegangen. Die Richterin stellte das Strafverfahren wegen Betrugs gegen den 53 Jahre alten Juristen auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen eine Geldauflage von 6000 Euro vorläufig ein.

Als einer der Gründe für diese Entscheidung gab das Gericht an, dass der Schaden in Höhe von 3020 Euro vom Angeklagten vollständig beglichen worden sei.

Der im vergangenen Jahr wegen Kokainbesitzes und Beihilfe zum Drogenhandel vom Landgericht Mannheim rechtskräftig zu einer eineinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilte Jurist musste sich in Darmstadt wegen des Vorwurfs des Betrugs verantworten. Er soll als Wahlverteidiger in einem Strafverfahren am Schöffengericht Bensheim Pflichtverteidigergebühren beantragt und ausgezahlt bekommen haben, obwohl er von den Angehörigen seines Mandanten dafür bereits entlohnt worden war.

Eine zweite, ähnliche Rechnung in Höhe von 2666 Euro, die der Anwalt gestellt hatte, war im anschließenden Berufungsprozess von dem zuständigen Richter bereits als falsch erkannt worden. Aus diesem Grund fand keine Überweisung auf das Kanzleikonto mehr statt.

Gegen einen Strafbefehl von 80 Tagessätzen je 85 Euro (6800 Euro) aus dem Jahr 2018 hatte der Anwalt Einspruch eingelegt, weshalb es nun zu der Verhandlung gekommen war.

Ein Befangenheitsantrag des Verteidigers, in dem gleich zum Auftakt des Prozesses der Richterin Parteilichkeit und Voreingenommenheit vorgeworfen wurde (wir berichteten), war am Dienstag vom Amtsgericht als unbegründet zurückgewiesen worden.