Mannheim

Verpasste Möglichkeiten

Archivartikel

Die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat sollen sich möglichst auch auf der Dezernentenbank widerspiegeln. So formuliert es – etwas vage zwar, aber in der Botschaft doch klar – die Gemeindeordnung. Die Neuverteilung der Dezernate ist deshalb nur folgerichtig und die von den Fraktionen vereinbarte Variante wenig überraschend: Die CDU gibt langfristig einen Bürgermeisterposten ab, die Grünen bekommen einen dazu.

Dass die Umweltpartei gleich beim aktuell zu besetzenden Bildungsdezernat auf ihr Vorschlagsrecht pocht, ist einerseits verständlich. Denn es macht das seit der Wahl viel größere Gewicht der Partei deutlich. Auch sind Bildung und Bildungsgerechtigkeit wichtige Grünen-Anliegen, die beim jetzt präsentierten Kandidaten Dirk Grunert auch sehr gut aufgehoben sind.

Unterm Strich allerdings ist der Griff nach diesem Dezernat kein guter Zug. Denn um ihre großen Wahlkampfthemen wie klimaschonende und nachhaltige Verkehrs- und Stadtplanung umsetzen zu können, hätten die Grünen an der Spitze des Baudezernats deutlich mehr Möglichkeiten gehabt. Und das Thema Bildungsgerechtigkeit war ja bislang auch bei der SPD unter Ulrike Freundlieb ganz gut aufgehoben. Für deren Nachfolge hätten die Sozialdemokraten mit dem Bildungsexperten Stefan Fulst-Blei übrigens auch keinen schlechten Kandidaten gehabt.

Zum Thema