Mannheim

Pferdesport Mannheimer Tierschützer prüfen Anzeige / Rennverein setzt sich für Sicherheit ein

„Viel Geld investiert“

Archivartikel

„Die Tiere sind unser wichtigstes Gut. Deren Schutz ist unser oberstes Gebot.“ Mit dieser Aussage reagiert der Badische Rennverein Mannheim-Seckenheim erneut auf den Tod eines Pferdes am vorigen Wochenende nach einem Unfall auf der Waldrennbahn. „Wir tun alles, um die Rennen so sicher wie möglich zu machen, und haben in den letzten Jahren viel Geld in die Sicherheit der Anlage investiert“, schreibt der Verein in einer Stellungnahme. Am Sonntag war beim Rennen der Dreijährigen ein Hengst gegen eine Absperrung geprallt und so schwer verletzt worden, dass er eingeschläfert werden musste. Die Tierrechtsorganisation PETA hatte daraufhin Anzeige gegen Verein und Pferdehalter erstattet (wir berichteten).

Der Rennverein macht in der Mitteilung deutlich, dass Pferderennen im staatlichen Auftrag veranstaltet würden – als Zuchtleistungsprüfung. Es sei jedoch ein Hochleistungssport, bei dem Mensch und Tier verletzt werden könnten. Dabei gehe es nicht um Volksbelustigung oder Gewinnmaximierung. „Keiner der Verantwortlichen verdient mit Pferderennen Geld.“

Bereits im Gespräch mit dem „MM“ am 1. Mai hatte der Präsident des Rennvereins, Stephan Buchner (kleines Bild), gesagt, er sei zu einem Treffen mit Tierschützern bereit. In der Stellungnahme bietet der Verein erneut an, „einen Rennstall oder ein Gestüt zu besuchen“. Diese Einladung nimmt der Mannheimer Tierschutzverein jedoch nicht an. In einer Mitteilung an den „MM“ schreibt der Vorsitzende Herbert Rückert: „Die angebotene Besichtigung einer Tierhaltung bringt uns keinerlei Aufschluss zu den Ursachen des tragischen Unfalls. Wir möchten in dem laufenden Verfahren nicht zu Pseudo-Gutachtern werden.“ Der Verein prüfe mit dem baden-württembergischen Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes, ob sie ebenfalls Anzeige erstatten, um im Rahmen des Verbandsklagerechts Auskunft über den Ausgang des Verfahrens zu erhalten.

Streit mit PETA

Scharfe Kritik übt der Badische Rennverein an PETA. So gut wie alle Behauptungen der Organisationen seien von Unkenntnis geprägt oder bewusst falsch dargestellt. Daneben stellt der Verein die Vermutung in den Raum, PETA treibe ein falsches Spiel: „Merkwürdigerweise unterstützt dieselbe Organisation in den USA Pferderennen der Stronach Gruppe, weil im Gegenzug Spendengelder in Aussicht gestellt wurden“, heißt es in der Mitteilung.

Jana Hoger von PETA bezeichnet diese Aussage als absurd: „PETA hat noch nie Spenden von der Pferderennindustrie angenommen und unterstützt niemals den sogenannten Pferderennsport.“ Die Organisation habe sich in den USA für schärfere Regeln eingesetzt.

In dem Bericht vom 2. Mai mit der Überschrift „Hätten auch Anzeige erstattet“ wurde als Illustration ein Bild des Jagdrennens vom Sonntag auf der Rennbahn in Seckenheim abgedruckt. Beim Jagdrennen war nichts passiert, der Unfall ereignete sich beim Rennen der Dreijährigen am selben Tag. Der „MM“ bittet, diesen Fehler zu entschuldigen.

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