Mannheim

Silvesternacht II Alkoholprobleme und Verletzungen

Viel los in den Kliniken

Archivartikel

Die Folgen von Alkohol, Schlägereien, Feuerwerk – deutlich stärker gefordert als in einer normalen Nacht sind zum Jahreswechsel Rettungskräfte sowie Pfleger und Ärzte in den Notaufnahmen der Kliniken.

„Wir hatten schon ein erhöhtes Aufkommen an Patienten, so 20 bis 30 Prozent mehr als sonst in einer Nacht“, sagt Marinella Ruka von der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum. Fünf Ärzte und sieben Pfleger versorgten hier rund um Mitternacht „vor allem Verletzungen durch Feuerwerk und Alkoholprobleme, aber alles ohne Komplikationen“, erklärt die Ärztin. Junge Leute, teils knapp über 18 Jahren, seien mit 1,5 bis zu drei Promille Alkohol im Blut eingeliefert worden. Aber letztlich sei es „ein normales Silvester“ gewesen ohne besondere Vorkommnisse.

Fast drei Promille

Das gilt ebenso für das Theresienkrankenhaus. Ein paar Alkoholvergiftungen registrierte man auch hier, mit 1,5 bis 2,7 Promille, „aber letztlich war nicht mehr los als sonst an Silvester, ein paar Schlägereien, die üblichen Verletzungen, nichts Außergewöhnliches“, so Schwester Heike Stolz. Allerdings seien am Vormittag des Neujahrstages noch einige Patienten mit Wunden, vermutlich verursacht durch Feuerwerk, aufgetaucht, „die haben sich wohl erst mal ins Bett gelegt“, vermutet die Fachkraft.

„Zwei, drei Alkoholvergiftungen, insgesamt ein bisschen mehr Patienten als sonst, aber nichts Ungewöhnliches“ erlebte auch das Team von Dieter Schilling, dem Ärztlichen Direktor des Diakonissenkrankenhauses. Zusätzliche Fachkräfte, die Rufbereitschaft hatten, mussten in keinem der Häuser geholt werden.

Mehr Rettungswagen unterwegs

Dennoch waren die Besatzungen der Rettungswagen deutlich stärker als sonst auf Achse: Allein von 0 bis 6 Uhr an Neujahr gab es für sie in Mannheim und der Region 195 Einsätze, davon 85 direkt in Mannheim. Sonst sind es in 24 Stunden zwischen 300 und 400 Fahrten. „Aber alles in allem ein eher ruhiger Jahreswechsel, keine Besonderheiten“, so der Kreisbrandmeister des Rhein-Neckar-Kreises, Udo Dentz, für die Leitung der Integrierten Leitstelle Rhein-Neckar in Ladenburg. Sie steuert auch die Rettungswagen in Mannheim.

Die Zahl der Fahrzeuge wurde aber bewusst im Vorfeld aufgestockt. So besetzte das Rote Kreuz Mannheim an den Standorten Mannheim-Mitte, Hockenheim und Weinheim jeweils einen Rettungswagen mehr als sonst, die Johanniter von 23 Uhr bis 7 Uhr am Standort Friedrichsfeld einen Wagen mehr als üblich, und die Malteser starteten von der Rettungswache Lagerstraße mit einem zusätzlichen Fahrzeug, ebenso zwischen 23 Uhr und 7 Uhr. Auch vom Arbeiter-Samariter-Bund in Käfertal konnte ein Wagen mehr als üblich abrücken.