Mannheim

Corona Impfung in zehn Heimen / Kliniken in finanzieller Notlage

Viele Beschwerden über Impftermine

Archivartikel

In Mannheim sind mittlerweile die Bewohner und Bewohnerinnen in zehn von 32 Pflegeeinrichtungen geimpft worden. Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, seien die mobilen Impfteams täglich sieben Tage die Woche im Einsatz. Wie lange es dauern wird, bis alle Altenheime angefahren wurden, könne man aber nicht genau abschätzen, so eine Sprecherin.

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Bislang seien nach dem Verabreichen des Wirkstoffs keine Nebenwirkungen von Impflingen gemeldet worden. Allerdings hakt es aktuell bei der Vergabe der Impftermine. „Die zentrale Nummer des Bundes 116 117 ist offensichtlich überlastet“, erklärt die Stadtsprecherin.

Im ganzen Südwesten gibt es zunehmend Beschwerden über die Anmeldung zur Corona-Impfung (wir berichteten). Die Rufnummer zur telefonischen Anmeldung soll demnach zum Teil über längere Zeit nicht erreichbar gewesen sein, die Anmeldung über das Online-Portal überfordert insbesondere viele Senioren. Ab Mitte Januar sollen aber dann die Termine der rund 50 kommunalen Impfzentren in den Stadt- und Landkreisen hinzukommen und sich die Lage etwas entspannen.

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Unterdessen schlug der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, Alarm: „Wenn die Bundesregierung die Hilfen nicht deutlich erhöht, werden flächendeckend Kliniken bereits im ersten Quartal 2021 nicht mehr die Gehälter ihrer Mitarbeiter zahlen können“. Geld aus der Regelversorgung fehle, so Gaß. Eine Sprecherin des Diakonissen- und Theresienkrankenhauses, die zur BBT Gruppe gehören, sagte auf Anfrage: Für die Häuser der BBT Gruppe gelte, „dass aktuell keine Liquiditätsprobleme auftreten werden“. Man unterstütze die Aussagen Gaß’ und schaue „vertrauensvoll auf die Aussage von Gesundheitsminister Spahn“. Dieser hatte auf die Äußerung von Gaß zusätzliche Hilfen in Aussicht gestellt. Ein Sprecher der Universitätsmedizin Mannheim sagte, dass diese Gelder dort „dringend benötigt“ würden.

Indes wurden am Mittwoch 84 Neuinfektionen gemeldet sowie vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Ein über 80-jähriger Mann und eine über 90-jährige Frau verstarben in Mannheimer Kliniken. Zwei über 90-jährige Frauen verstarben in Pflegeeinrichtungen. 

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