Mannheim

Reaktionen Freie Szene kann sich Hoffnungen auf Anträge aus den Fraktionen und Gruppierungen machen

Viele wollen Zuschüsse aufstocken

Mannheim.Welche Schwerpunkte wollen Sie bei den Etatberatungen beim Thema Kultur setzen? Das haben wir die Fraktionen und Gruppierungen im Gemeinderat gefragt.

Grüne

Die Grünen wollen den Kulturpass stärken und die Förderung der freien Szene neu aufstellen. „Es muss klar erkennbar werden, was institutionelle- und was Projektförderung ist“, so die drei Kultursprecher Angela Wendt, Gerhard Fontagnier und Markus Sprengler. Einrichtungen der freien Szene, „die oft am Rande des Existenzminimums agieren“, sollen besser ausgestattet, die Zuschüsse „dynamisiert“ sowie ein „Komplementärfonds Musikkultur“ geschaffen werden. Für Schüler und Azubis soll es ein kostenfreies Kultur-Schnupper-Abo geben.

SPD

Thorsten Riehle sieht den Haushaltsentwurf „in besonderer Weise von Defiziten geprägt“, da die Verwaltung trotz der Vereinbarung mit den kulturpolitischen Sprechern die Erhöhungen bei der freien Szene nicht nachvollzogen habe. Daher will die SPD bei den Etatberatungen um rund 650 000 Euro jährlich aufstocken, für die Stadtteile zudem eine Millionen Euro mehr Projektmittelförderung über vier Jahre verteilt beantragen, dem Maifeld Derby 100 000 Euro bewilligen und das Marchivum für die Aufarbeitung der Migrationsgeschichte stärken.

CDU

Alexander Fleck betrachtet „mit Sorge den Zustand des Museums Weltkulturen“ in D 5, will „eine zügige Bedarfsermittlung“ der nötigen Sanierung und diese „schnellstmöglich realisieren“. Bei der freien Szene will die CDU „über das bisherige Maß hinaus fördern“, die Gelder für institutionelle Förderung erhöhen sowie einen ganz neuen Topf schaffen zur Förderung von Livemusik in Mannheimer Clubs mit einem Höchstbetrag von 3000 Euro je Veranstaltung.

Mannheimer Liste (ML)

Die ML wird laut dem Fraktionsvorsitzenden Achim Weizel die Etats der großen Kultureinrichtungen „auf jeden Fall mittragen“. Bei der freien Szene werde man „in einigen Fällen Erhöhungen beantragen, wo das nach Rücksprache mit anderen Fraktionen möglich ist.

AfD

Die AFD steht laut Bernd Siegholt zum Nationaltheater, sieht aber „mit Besorgnis den immer weiter steigenden, extrem hohen Zuschussbedarf“ und fordert „einen kritischen Blick auf Sach- und Verwaltungskosten“. Kleinkunstbühnen, Musikclubs und Jugendkulturzentren müssten ebenso gefördert werden wie Museen und Konzertsäle, aber „Einrichtungen, die Hass schüren und zu Gewalt aufrufen, haben keinen Anspruch auf Förderung durch Steuergelder“, heißt es, ohne konkret zu werden.

LI.PAR.Tie

Fraktionschef Thomas Trüper möchte kleine Theater besser unterstützen. „Die Arbeitsbedingungen dort sind häufig nicht existenzsichernd“ klagt er, erwartet von manchen kommunal geförderten, erfolgreichen Ensembles aber auch, „privates oder sonstiges öffentliches Sponsoring zu akquirieren“. Zudem wolle man den Sozialpass stärken ebenso wie das Kulturparkett. Man schätze indes auch die Mannheimer „Leuchttürme“, versichert er.

FDP

Die FDP sieht laut Birgit Reinemund als „größte Herausforderung“ die Generalsanierung des Nationaltheaters und fordert „konsequente Kostenkontrolle“. Das Einfrieren der institutionellen Förderung der freien Szene könne so nicht bleiben, sie werde „differenziert Erhöhungen mittragen“, zusätzlich die Freie Kunstakademie höher bezuschussen und den Kunstverein sanieren – „immerhin ein städtisches Gebäude, sanierungsbedürftig wie einzelne Gebäude der REM“, so Birgit Reinemund. Das Internationale Filmfestival müsse „neu aufgestellt werden“.

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