Mannheim

Pandemie Knapp 120 Neuinfektionen am Donnerstag / Vorbereitungen für Impfzentrum in Maimarkthalle laufen

Vier weitere Corona-Tote

Archivartikel

Mannheim.In Mannheimer Krankenhäusern sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus vier weitere Menschen gestorben. Wie die Stadtverwaltung am Donnerstagabend mitteilte, handelt es sich bei den Toten um zwei über 80-Jährige, einen über 70-Jährigen sowie eine über 60 Jahre alte Frau. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie erhöht sich damit auf 52.

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Bis Donnerstag, 16 Uhr, sind dem städtischen Gesundheitsamt den Angaben zufolge zudem 117 weitere Fälle einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion gemeldet worden. Die Zahl der bestätigten Fälle erhöht sich in Mannheim somit auf 4671. Das Gesundheitsamt betreut den Angaben zufolge zurzeit 1599 akut Erkrankte, 3020 Menschen gelten nach überstandener Infektion als genesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz (bezogen auf die von der Stadt täglich veröffentlichten Zahlen) ist leicht gesunken auf 221,1.

Die Mehrzahl der positiven Fälle stammen laut Gesundheitsamt von Infektionen im direkten Kontakt, es handelt sich also um Kontaktpersonen von bereits positiv gemeldeten Fällen, die sich auch schon in Quarantäne befinden. Dabei, so das Rathaus, seien in den letzten Tagen zunehmend auch Anhäufungen von Fällen etwa in Betrieben, Familien oder Heimen zu beobachten.

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Unklar blieb am Donnerstag, ab wann von einem „diffusen“ Infektionsgeschehen auszugehen ist. Dann würden nach den Bund-Länder-Empfehlungen vom Mittwoch auch für Mannheim „deutlich erweiterte Maßnahmen“ zur Eindämmung der Pandemie ergriffen werden müssen. Rathaus-Sprecher Ralf Walther erwartet, dass dies in der neuen Verordnung der baden-württembergischen Landesregierung geregelt wird. Eine entsprechende Anfrage dieser Redaktion beim Sozialministerium in Stuttgart blieb am Donnerstag unbeantwortet.

Warten aufs Land

Das in der Maimarkthalle geplante Impfzentrum nimmt derweil konkretere Formen an. „Die planerischen Vorbereitungen laufen, sie werden nächste Woche abgeschlossen“, sagte Rathaussprecher Ralf Walther auf Anfrage. „Wir sind optimistisch, dass das Zentrum am 15. Dezember seine Arbeit aufnehmen kann“ – allerdings natürlich nur unter der Voraussetzung, dass dann Impfstoff zur Verfügung stehe. Und noch sei auch die Vereinbarung mit dem Land über die Einrichtung des Impfzentrums nicht abgeschlossen.

Noch nicht endgültig geklärt ist laut Walther, ob es hier ein sogenanntes Zentrales Impfzentrum (ZIZ) oder „nur“ ein Kreisimpfzentrum geben wird. In jedem Falle soll es der gesamten Mannheimer Bevölkerung offen stehen. Auf die Frage nach ergänzenden Impfungen etwa in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen antwortete Walther, bisher stehe nur fest, dass im Laufe des nächsten Jahres zu den Kreisimpfzentren weitere Stellen hinzukommen sollten.

Von einer Einigung mit dem Land hänge auch ab, ob neben der Maimarkthalle und ihrem Foyer auch Teile des Geländes für das Impfzentrum gebraucht würden, erklärte der Rathaussprecher. Ebenso, wer dann die Impfungen vornehmen werde. Bei einem ZIZ sind dafür die Universitätskliniken des Landes vorgesehen. Klar ist jedenfalls, dass die Impfungen unter ärztlicher Aufsicht erfolgen müssen.

Wie sich die Bund-Länder-Empfehlungen vom Mittwoch auf den Alltag in den Schulen auswirken, das konnte Gesundheitsamts-Leiter Peter Schäfer am Donnerstag im Bildungsausschuss des Gemeinderats noch nicht sagen. Diese Frage müsse das Land beantworten. Man werde aufmerksam verfolgen, was aus Stuttgart komme und dann reagieren. Bildungsbürgermeister Dirk Grunert (Grüne) wies darauf hin, dass Baden-Württemberg einen Teil der vorgeschlagenen Maßnahmen für Hochrisiko-Gebiete bereits umgesetzt habe. So gilt im Land seit einigen Wochen in allen weiterführenden Schulen Maskenpflicht im Unterricht. Die Einführung eines Wechselunterrichts für Schüler ab der achten Klasse (teils zuhause, teils in der Schule) hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch noch einmal ausdrücklich abgelehnt.

Lutz Jahre, Leiter des städtischen Fachbereichs Bildung, geht davon aus, dass Hybridunterricht „wenn überhaupt, nur für ältere Schüler“ kommen werde.

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