Mannheim

Kritik Fulst-Blei knöpft sich Innenminister Strobl vor

„Völlig daneben“

Mannheim.Mit scharfen Worten hat SPD-Landtagsabgeordneter Stefan Fulst-Blei auf eine Äußerung des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl (CDU) reagiert. Strobl hatte bei der Pressekonferenz zur Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Heidelberg am vergangenen Freitag indirekt Mannheims Oberbürgermeister (OB) Peter Kurz (SPD) angegriffen. „Mir ist es lieber, wenn ein Oberbürgermeister offen auf mich zugeht und ein Problem anpacken möchte, als wenn er öffentliche Brandbriefe schreibt“, sagte er. Gleichzeitig lobte er die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos).

Fulst-Blei findet Strobls Aussage „völlig daneben“. Der SPD-Politiker bezeichnete es gegenüber dem „MM“ als „bodenlose Unverschämtheit, dass der Innenminister so nachkartet“. Er solle nicht über Städte herziehen, sondern lieber Probleme lösen. Fulst-Blei: „Ich erwarte eine Entschuldigung!“ Strobl spielte mit seiner Bemerkung auf den Streit mit der Stadt Mannheim im Umgang mit kriminellen minderjährigen Ausländern an. Er hatte Kurz vorgeworfen, sich wegzuducken.

Auf Initiative Würzners

Stefan Fulst-Blei sagte, er habe ein solches Verhalten bei einem Innenminister noch nie erlebt. „Ich werde den Tag noch erleben, an dem Strobl über seine Arroganz stolpert.“

Strobl und Würzner hatten ein gemeinsames Strategiepapier zur Bekämpfung der Kriminalität im öffentlichen Raum unterzeichnet. Die Kooperation war auf Initiative Würzners hin als Reaktion auf zunehmende Straftaten in Heidelberg zustande gekommen. 

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